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Elch 21.02.2007 18:00

Schwalbenkolonie
 
Ich stelle hier mal meinen Beitrag aus einem anderen Forum ein, damit ihr wißt um was es geht und ich nicht alles noch einmal schreiben muß.

Es geht um eine Mehlschwalbenkolonie an einem Mietshaus, das ich seit 1998 betreue. Das Haus steht mitten in der Stadt Kassel, in unmittelbarer Nähe zur Karlsaue, die durch ihre vielfältige Struktur ein wahrer Vogelmagnet ist.

Als ich das Haus übernahm, befanden sich ca. 8 Nester an der nach Westen liegenden Fassade, an der Hausfront (Ostseite) war ein Nestbauansatz zu erkennen, der erstmal nicht weitergebaut wurde.

Am benachbarten Haus befanden sich ebenfalls Nester, sowie an einem Neubau ca 200m entfernt.

Am Nachbarhaus verschwinden die Nester heimlich still und leise. Wer da sein Unwesen treibt weiß ich nicht. Hauseigentümer? Bewohner?

Was tun die Schwalben? Klar, sie kommen zu mir .Somit sind aus den 8 inzwischen 24 Nester geworden plus eines an der Front. Was sagen die Mieter zu dem Segen? Na, was wohl. Es gibt Beschwerden wegen überdüngter Blumenkästen, dreckiger Fenster, Unmöglichkeit die Wäsche auf dem Balkon zu trocknen.

Ein Mieter "durfte" unser gastliches Haus bereits verlassen, der hatte zur "Selbsthilfe" gegriffen und die Nester per Besenstiel...

Jetzt würde ich gerne den Mietern und den Schwalben einen Gefallen tun und da über kurz oder lang eine Fassadenrenovierung ansteht in dem Zuge Kotbretter anbringen. Leider hat die Sache einen derben Haken. Direkt unter den Nestern sind die Aussparungen für die Balkone, da kriegt man nichts fest. Wenn ich an der Mauer was festschraube, wird der Abstand für den freien Anflug unterschritten......

Habe schon mit verschiedenen Handwerkern geredet, Ortstermin mit der UNB gehabt, aber eine wirklich durchführbare Lösung ist noch nicht gefunden.

Habe schon an Markise gedacht, aber ich bin mir nicht sicher, ob ich mit so einem Ding nicht eher die Schwalben vertreibe.

Rechtlich gesehen, haben die Mieter weder einen Anspruch auf Entfernung der Nester noch auf eine Mietminderung wegen der eingeschränkten Balkonnutzung. Aber dennoch bin ich der Meinung, dass ein entspanntes Verhältnis Mensch und Tier zugute kommt.

Bei der Fassadenrenovierung wird man die Nester entfernen müssen, das ist aber mit der Behörde abgeklärt, es werden auf jeden Fall dort, wo wir etwas zerstören müssen, Kunstnester aufgehängt, aber das Kackproblem ist für mich noch nicht geklärt... Hat da vielleicht wer eine Idee?

Elch 21.02.2007 18:02

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So, und nun zur Verdeutlichung mal ein Foto des Hauses:

Elch 21.02.2007 18:03

Die Glasscheiben rechts gehören nicht zu unserem Haus, die sind dem Nachbarn.

Über dem Balkon mit den Blumenkästen sind dicht gebaut Nester. Im Sommer ist dort das Aufstellen von Kästen eine "ziemlich beschissene Angelegenheit". Wenn man an dem Stückchen Wand über dem Balkon etwas befestigen würde, wäre der freie Anflug der Schwalben nicht mehr gewährleistet und andere Vögel könnten wie auf einem Steg vorbeitippeln und ausräumen.

Die Fenster links neben den Balkonen sind Küchenfenster. Da hat es bisher nie Ärger gegeben. Für Leute die keinen Schwalbenguano auf der Fensterbank haben wollen, teile ich Abdeckmaterial, meist Reste von Bodenbelägen aus, die werden dann im Herbst weggeschmissen.

Die dann nach links folgenden alten Sprossenfenster sind schnurz, denn die putze ich.

Die ganz winzigen Fenster (früher mal Klo in der Zwischenetage) dienen mir als Auswilderungsluken für Handaufzuchtsschwalben.

Und dann wieder das Problem mit dem Balkon.....

Das nächste kleine Fenster kann man auch vernachlässigen, da sind nur Abstellräume, da hat sich auch noch nie jemand beschwert.

Und dann hört es auf, es geht mit dem Nachbarn weiter, der hat alles dichtgemacht, da nistet nichts.

Elch 21.02.2007 18:15

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So und nun wenden wir uns mal der Vorderseite zu:

Elch 21.02.2007 18:18

Links neben dem Erker ist ein Nestanfang, den machen sie immer wieder und der fällt immer ab (weil nach oben Holz ist?)

rechts neben dem Erker wurde im letzten Sommer erfolgreich eine Brut aufgezogen.

Die Vorderseite ist zwar noch nicht renovierungsbedürftig, aber man kann ja im Vorfeld schon mal planen.

Willi, was würdest du als Fachmann dazu sagen, wenn man links, an der erfolglosen Schwalbenbauseite Seglerkästen montieren würde?

Elch 21.02.2007 18:23

@ Füchsin
Hab keine Angst. Das mit dem Putz mache ich nicht selbst. Denk dir bitte nicht aus, wie da der arme Elch auf einem Gerüst höckt und mit seiner kleinen Kelle die Fassade verputzt.;)

swift_w 21.02.2007 19:41

Kotauffangbretter, wartungsfreundlich
 
Hallo Elli,

natürlich kannst Du im Prinzip an der "erfolglosen Schwalbenseite" einige Mauerseglerkästen unter dem Dachvorsprung montieren lassen.
Ich gehe mal davon aus dass es auch in der Nähe dieses Wohnblocks in Kassel zahlreiche "Meister der Lüfte" gibt.
Mauersegler sind bekanntlich relativ saubere Tiere, welche Hausfassaden so gut wie gar nicht verschmutzen. Bei uns 0 Dreck unter Seglernestern seit vielen Jahren an 2 verschiedenen Seiten unseres Hauses !
Hausbesitzer und Mieter brauchen von den "wilden schwazen Gesellen" in dieser Hinsicht gar nichts zu befürchten und können sich an tollen Schauflügen erfreuen. :wink:

Jetzt versteh ich was Du mit Balkonaussparungen meinst.
Die Mehlschwalbennester sind unter dem Dachvorsprung, auch neben den freien Dachsparrenbalken. Direkt über den Mauerkrone des Balkonrands. Balkone versenkt in Hausfront eingearbeitet.

Es gibt eine Lösung; meine Empfehlung:

Es ist genügend Höhe zwischen Blumenkästen und Mehlschwalbennestern vorhanden.
Über ganze Balkonbreite an 2 festen Aufhängungen - links und rechts an 2 Holzdachsparren befestigt - Kotauffangbrett anbringen ca. 40 - 50 cm unter der vorderen Oberkante des versenkten Balkons.
Es bleibt vor allem noch genügend Kopffreiheit für die Mieter/Bewohner.
Das Auffangbrett sollte im Herbst leicht vom Balkon aus abschraubbar angebracht werden.
Damit noch weniger Schwalben-Dreck runterfällt, kann man sogar als Auffangbehältnisse leere, längliche breite Plastik-Blumenkästen auf dem Brett sicher befestigen / anschrauben. !!

Unter dem Dachvorsprung dürfte es hoffentlich nicht in die Auffangbehältnisse rein regnen.
Sonst wäre zusätzlicher Aufwand nötg:
Kotauffangbrett komplett als hochrandige Auffangwanne konstruiert,
längliche Plastikblumenkästen reingestellt; gut rausnehmbar und zwischendurch zu reinigen.

Elli, was hälst Du davon ?
Wär doch gelacht, wenn wir das nicht hinbekommen. :D
Alle meine bisherigen Autogetriebe stammen aus Baunatal, da darf ich auch mal was für Kassel empfehlen.

Viele Grüße
Willi

Elch 21.02.2007 19:57

Zitat:

Ich gehe mal davon aus dass es auch in der Nähe dieses Wohnblocks in Kassel zahlreiche "Meister der Lüfte" gibt.
Sie sind da. In Massen. Und vermutlich auch im Dach, falls die dort ebenfalls hausenden Stare sie lassen.
Und natürlich Heerscharen im Herbst: Sammelpunkt Aue.
Zitat:

Mauersegler sind bekanntlich relativ saubere Tiere, welche Hausfassaden so gut wie gar nicht verschmutzen. Bei uns 0 Dreck unter Seglernestern seit vielen Jahren an 2 verschiedenen Seiten unseres Hauses !
Da mache ich mir keinen Kopf drum, die Schwalben und die Spatzen können die nicht toppen!:lachtot: :lachtot: :lachtot:
Zitat:

Elli, was hälst Du davon ?
Hört sich gut an. Soll ich dir berichten, was sich Elch's Kopf so überlegt hat? Rechts und links in der Wand Schellen. Ein Vierkantrohr mit einem nach unten gehenden Blech, dass nach ......cm Höhe nach vorn gebogen wird, wie so eine Art Dach, verstehst du, wie ich das meine? dann könnte man recht weit oben bleiben und Elster, Krähe und der clevere Turmi könnten es dennoch nicht als Laufsteg nutzen, da schiefe Ebene.
und vielleicht ist ein Blech optisch sogar unauffälliger?

Elch 21.02.2007 20:07

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Zum Thema Dreck:
Bei der Vorderansicht sieht man ein Stück Zaun. Eigentlich sieht der aber so aus:

Elch 21.02.2007 20:11

Die Täter: Spatzen, die den dahinter befindlichen Wildrosenstrauch innigst lieben. Ich wollte den eigentlich rausschmeißen, weil der immer ellenlange, stachelige Triebe auf den Bürgersteig schickt, aber ich bring es der Spatzen wegen nicht über das Herz. Und da schneide ich und schneide.....

was mir an dem Bild nicht gefällt ist der rote Spatzenkot auf der Querlatte. Der beweist, dass die Omma von nebenan die Spatzen mal wieder mit Brekkies gefüttert hat, die ich nicht für eine optimale Spatzennahrung halte und die womöglich wieder irgendwelche streunenden Katzen und natürlich meine geliebten waschbären anlocken:mecker:


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