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Alt 15.10.2017, 11:32   #1
swift_w
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Star - Vogel des Jahres 2018

Hallo zusammen,

vor wenigen Tagen wurde vom Nabu und LBV

der Star zum Vogel des Jahres 2018 gewählt:

https://www.nabu.de/news/2017/10/232...campaign=KW41_

VG
Swift_w
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steilwandige eierverlustarme Holznistmulde f. Mauersegler

Mauersegler-Ansiedlungen, leicht gemacht
Möglichkeiten für zügige Mauersegler-Ansiedlungen
einfach herstellbare Mauersegler-Nistmulde aus Holz; Fotos anklicken
Mauersegler-Nest-Bilder, Seglerkästen u. andere Nistkästen

http://www.mauersegler.klausroggel.de/index.htm
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Alt 17.10.2017, 17:04   #2
PeMü
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Mag man fast nicht glauben, dass dieser schöne Vogel auch
schon gefährdet ist.
Bei mir will der sogar in den Spatzenkasten.
Leider habe ich keine Möglicheit mehr für den...

Grüße ....
PeMü ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.10.2017, 22:46   #3
Bullwinkel
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Zitat:
Zitat von PeMü Beitrag anzeigen
Mag man fast nicht glauben, dass dieser schöne Vogel auch
schon gefährdet ist.
Bei mir will der sogar in den Spatzenkasten.
Leider habe ich keine Möglicheit mehr für den...

Grüße ....
Hallo Zusammen,

gefährdet ist der Star sicher noch nicht, aber die Bestandsabnahme ist mit ca. 75 % sehr groß und ging sehr schnell innerhalb von ca. 2 Jahrzenten. In Nordfriesland ist er beispielsweise noch sehr häufig. Bei uns am Niederrhein ist die Abnahme gefühlt 80 % + x. Einen Starenkasten bekommt man hier nicht mehr so ohne weiteres besiedelt, am ehesten noch auf dem Land.
Dass so eine anpassungsfähige Art so stark abgenommen hat, zeigt, wie weit die Lebensraumzerstörung schon fortgeschritten ist. Früher waren größere Trupps mitten in der Stadt, z. B. auf dem Schulhof nach der Pause und machten sich über die Reste der Pausenmahlzeiten her. Heute wird hier kaum ein Schüler noch einen zu sehen bekommen.
Sehr schade, zeigten die schillernden Gesellen mit ihrem Geschwätz ab Ende Februar doch meist zuverlässig das Ende des Winters an und verkürzten die Zeit bis zu den ersten richtigen Frühlingstagen.
__________________
Liebe Grüße

Thomas
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Alt 19.10.2017, 08:16   #4
PeMü
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Zitat:
Zitat von Bullwinkel Beitrag anzeigen
...
gefährdet ist der Star sicher noch nicht.....
Zitat aus dem Nabu Link:
In der aktuellen deutschlandweiten Roten Liste ist der Star sogar direkt von „ungefährdet“ (RL 2007) auf „gefährdet“ (RL 2015) hochgestuft worden, ohne auf der Vorwarnliste zu stehen."

?????
PeMü ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 19.10.2017, 21:21   #5
Dodoma
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Beiträge: 1.094
Star auf der Roten Liste

Hallo zusammen,
war auch überrascht, als der Star zum Vogel des Jahres 2018 gekürt wurde!
Beachtung hat er allemal verdient!
@Bullwinkel, global betrachtet ist der Star vielleicht nicht gefährdet, an der
Kategorisierung 'gefährdet' für Deutschland zweifel ich nicht, die Erhebungen
sind fundiert. Schon 2010 hat der Dachverband Deutscher Avifaunisten eine signifikante Abnahme der Bestände beobachtet.
@PeMü, regional mag es vielleicht anders ausschauen. Hier vor Ort waren über Jahre keine Stare als Brutvögel zu sichten. Erst als ich die Mauerseglerkästen aufhing, kam es zur Ansiedlung, dass hat mich veranlasst auf einer angrenzenden Wiese weitere spezielle Starenkästen aufzuhängen und die wurden angenommen.
In der 'Roten Liste' werden alle Arten ihrem Gefährdungsgrad aufgelistet und in Klassen unterschieden:
0 = Bestand erloschen
1 = vom Aussterben bedroht
2 = stark gefährdet
3 = gefährdet
R = Arten mit geographischer Restriktion (sind auf ein spez. Gebiet beschränkt)
V = Vorwarnliste
In der Vergangenheit war es oft so, dass der Sprung von der Vorwarnliste
in nächst höhere Gefährdungsstufen vorprogrammiert war.
Auch der Haussperling steht auf der Vorwarnliste! Unvorstellbar, er ist immer noch der am häufigsten gesichtete Vogel an den Futterhäusern.
Wie gekommt das Normalbürger auf die Reihe?
Wird es abgetan, 'kann doch nicht sein?!'
'Normalbürger' denkt vielleicht, da hat sich jemand verzählt bei der 'Stunde der Gartenvögel'.
Die Rote Liste hat damit wenig gemein und basiert auf Langzeitstudien die mit Rasterkartierungen arbeitet. (Beobachtungen eines bestimmten Gebietes über längere Zeitabschnitte um Trends zu erkennen)
Heute in der Tagesschau die Meldung vom Insektenrückgang um 75% mit verheerenden Auswirkungen für Mensch und Vogelwelt. Immerhin, war der Redaktion eine Meldung wert! Auch mit dem Vogel des Jahres soll Augenmerk
auf Veränderungen gelenkt werden und ist auch gut so,
Gruß Martin
Dodoma ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 19.10.2017, 22:50   #6
swift_w
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Star direkt in RoteListe Kategorie 3

Hallo Dodoma und Mitleser,

perfekt erklärt !

Da in der BRD (u. vielleicht ganz Mitteleuropa) die Bestandszahlen der Stare in den letzten Jahren aus bekannten Gründen - moderne Landwirtschaft mit hohem Pestizideinsatz - kräftig abgenommen haben,
sind sie wohl gleich an der Vorwarnliste vorbei in Kategorie 3 = gefährdet eingeordnet worden.

(Im Gegensatz dazu ist der Mauersegler vor einigen Jahren wieder aus der Vorwarnliste rausgenommen haben, da seine Bestände jetzt einigermaßen konstant geblieben sind; Seglerfans arbeiten daran erfolgreich
Ausnahme: Bayern seit dem Regenkatastophenjahr 2013).

Örtlich ist das Vorkommen von Starenbrutplätzen in und um unsere Kleinstadt auch verschieden.
So gibt es hier rund um den Burgberg seit Jahren immerhin ca. 10 mir bekannte Starennisthöhlen - zumeist in großen Astlöchern von hohen Laubbäumen, Spechtlöchern, Gebäudelöchern; auch in einem Starenkasten an einem Haus unterhalb des Burgbergs.
Hingegen gab es in unserem Garten am Ortsrand im Starenkasten seit ca. 10 Jahren keine Starbesiedelung mehr. Davor immer 1 bis 2 Jahresbruten.
Mein Eindruck: Nur noch wenige gemähte Wiesen; stattdessen viele Raps- u. Maisfelder; weniger Getreidefelder.

VG
Swift_w
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Alt 19.10.2017, 23:34   #7
Bullwinkel
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Zitat:
Zitat von PeMü Beitrag anzeigen
Zitat aus dem Nabu Link:
In der aktuellen deutschlandweiten Roten Liste ist der Star sogar direkt von „ungefährdet“ (RL 2007) auf „gefährdet“ (RL 2015) hochgestuft worden, ohne auf der Vorwarnliste zu stehen."

?????
Hallo PeMü,

"Der Star: häufig und gefährdet

Mit drei bis vier Millionen Brutpaaren bleibt der Star eine häufige Art, es sind die deutlichen kurzfristigen Rückgänge, die ihn in die Gefährdungsstufe gebracht haben – und damit in die gleiche Kategorie wie etwa der Wiedehopf. Dieser scheint mit derzeit höchstens 800 Brutpaaren schwer vergleichbar. Beim Wiedehopf führen Seltenheit und der immer noch vorhandene Rückstand gegenüber historischen Vorkommen zur Einstufung. Bei der Roten Liste lohnt sich also ein genauer Blick."


Quelle Nabu, 2016

Da habe ich mich falsch ausgedrückt, die Rote Liste spiegelt ja auch die Höhe und Schnelligkeit der Abnahme wieder. Trotzdem ist erstmal nicht zu befürchten, dass der Star bundesweit eine Seltenheit wird.
__________________
Liebe Grüße

Thomas
Bullwinkel ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.10.2017, 00:10   #8
Bullwinkel
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Beiträge: 133
Zitat:
Zitat von swift_w Beitrag anzeigen
Mein Eindruck: Nur noch wenige gemähte Wiesen; stattdessen viele Raps- u. Maisfelder; weniger Getreidefelder.
Hallo Willi,

ich wohne direkt an einem Park mit großen regelmäßig gemähten Wiesen und trotzdem sind die Stare verschwunden. Es herrscht aber bei uns auch seit ca. 20 Jahren eine zunehmende Trockenheit mit oft trockenen, kalten und windigen Frühjahren. Das war früher komplett anders. Anfang April standen die Wiesen regelmäßig unter Wasser. Dieses Jahr sah die Landschaft im Mai schon aus wie im August, es hatte Monatelang nur ganz wenig geregnet und der Boden war metertief staubtrocken.
Da holen Stare nichts mehr zu fressen raus und die Bodeninsekten brauchen auch eine gewisse Feuchtigkeit. Wenn solche Jahre öfter vorkommen verschwinden die Bodeninsekten und die Stare.
In Süddeutschland, wo es ausreichend regnet, sehe ich noch häufig Starentrupps wenn ich mal in die Gegend komme.
__________________
Liebe Grüße

Thomas
Bullwinkel ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.10.2017, 11:26   #9
tamsung
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Ort: am südwestlichen Stadtrand in Berlin
Beiträge: 903
Hier am Stadtrand von Berlin haben wir bisher noch jedes Jahr brütende Stare gehabt und in der großen alten Eiche hinter unserem Grundstück hört man ihr charakteristisches "Geschwatze".
Im hohen Norden an der Geltinger Bucht gibt es noch die richtig großen Schwärme und sie sind auch dieses Jahr in die Mirabellen dort eingefallen - es gibt genug für alle
__________________
Viele Grüße, Inke
tamsung ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.10.2017, 11:47   #10
swift_w
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Zitat:
Zitat von Bullwinkel Beitrag anzeigen
Hallo Willi,

ich wohne direkt an einem Park mit großen regelmäßig gemähten Wiesen und trotzdem sind die Stare verschwunden. Es herrscht aber bei uns auch seit ca. 20 Jahren eine zunehmende Trockenheit mit oft trockenen, kalten und windigen Frühjahren. Das war früher komplett anders. Anfang April standen die Wiesen regelmäßig unter Wasser. Dieses Jahr sah die Landschaft im Mai schon aus wie im August, es hatte Monatelang nur ganz wenig geregnet und der Boden war metertief staubtrocken.
Da holen Stare nichts mehr zu fressen raus und die Bodeninsekten brauchen auch eine gewisse Feuchtigkeit. Wenn solche Jahre öfter vorkommen verschwinden die Bodeninsekten und die Stare.
In Süddeutschland, wo es ausreichend regnet, sehe ich noch häufig Starentrupps wenn ich mal in die Gegend komme.
Hallo Thomas,

da hast du natürlich recht
- lange Trockenheit/harter Boden ist ein schlechter Faktor für Stare, Drosseln und andere Bodenfresser die dort kaum Würmer und Insekten/Larven finden.

@ Tamsung-Inke:
Mahlzeit beim Mirabellenschmaus.

Viele Grüße
Swift_w
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Geändert von swift_w (20.10.2017 um 11:52 Uhr)
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