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Alt 14.01.2007, 16:50   #11
svenc
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Danke für den tollen Bericht!!
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Alt 14.01.2007, 19:34   #12
Tomcat
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Hallo !

Danke !

Sehr schöner lehrreicher Beitrag !

mfg Thomas
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Alt 25.02.2007, 21:00   #13
Virata
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4.0 DROH- ANGRIFF- und FLUCHTVERHALTEN

Man kann den Weinroten Amaranten als sehr friedfertigen und verträglichen Vogel bezeichnen. Kommt ihm dennoch ein Vogel seinesgleichen - der ihm nicht passt - zu nahe, gibt er "schnarrende" Töne von sich während er mit dem Schnabel in Richtung Störefried "hackt", ohne aber diesen wirklich zu verletzen. Ich deute das als eine Art. "Revierverteidigung" auf kleinstem Raum.

Ich erlebte es nur einmal, wo ein Männchen einen anderen männlichen Vogel tötete. Das ganze spielte sich in einem sehr kleinen Käfig ab, zudem war das dominierende Männchen sehr stark in Brutstimmung. Zum Glück blieb es bei dieser Ausnahme.

Sogar die jungen 1.0 werden - auch wenn diese die ersten Gesangsstrophen von sich geben - problemlos akzeptiert. Gegegenüber dem Pfleger kann er recht zutraulich werden. Herr SCHWARZ schreibt in den AZ-Nachrichten 7/83 dass er, mit etwas mehr Geduld es fertig gebracht hätte, dass seine Vögel ihm das Lebendfutter aus der Hand gefressen hätten. Davon sollte aber grundsätzlich abgesehen werden.
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Alt 27.02.2007, 23:00   #14
Virata
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5.0 Allgemeines Sozialverhalten

Ein Kontaktsitzen konnte ich nur bei Jungvögeln in der ersten Woche nach dem Ausfliegen beobachten. Bei adulten Vögeln konnte ich diese Verhaltensweise nie feststellen. Die Gründe für die unterschiedlichen Kontaktbedürfnisse der einzelnen Prachtfinken sind noch nicht restlos geklärt. Da diese Vögel tropische Gebiete bewohnen, hat das Kontaktsitzen tagsüber wohl nicht die Funktion des gegenseitigen Austausches von Körperwärme, ausser der Vogel wäre erkrankt.

Die Liebhaber von Prachtfinken sind hier gefordert, weitere Beobachtungen über diese Verhaltensweise zu notieren um mögliche Antworten für dieses Verhalten zu bekommen.

Während den Ruhephasen suchten meine Weinroten Amaranten eher, durch Pflanzen und Äste, abgedämpfte Stellen in der Voliere auf. Das Gefieder wird dann meist recht lose getragen.
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Alt 02.03.2007, 19:06   #15
Virata
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6. Lautäusserungen

Die Männchen des Lagonisticta v. vinacea gehören zu den etwas stimmbegabteren Prachtfinken die ich kenne. Schon die jungen Männchen üben während der Jugendmauser kräftig den Gesang ihrer Väter.

Auf die nähere Beschreibung der verschiedenen Lautäusserungen wie Balzgesang, Kontaktruf und Warnlaute verzichte ich an dieser Stelle, weil mir schlicht die Fähigkeit fehlt, die unterschiedlichen Laute in Buchstaben auszudrücken und weise deshalb auf den später hier aufgelisteten Literaturnachweis hin.
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Alt 02.03.2007, 19:27   #16
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7.0 Ernährung

7.1 Ernährung in der Natur

Über die Ernährungweise der hier beschriebenen Lagonosticta-Unterart in der freien Wildbahn ist viel weniger bekannt als von anderen Arten. Die Nahrung, die die Vögel hauptsächlich auf dem Boden suchen, besteht wohl vorallem aus Grassamen, daneben werden auch Insekten (u.a. Termiten, siehe Fotos) und Spinnen aufgenommen.
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Alt 02.03.2007, 23:36   #17
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7.0 Ernährung

7.2 Ernährung in menschlicher Obhut

Die Verfütterung von Grassamen an die Amaranten in meschnlicher Obhut scheint mir sehr wichtig für die gesunde und artgerechte Ernährung zu sein. Ein kleinkörniges Exotenfutter vermischt mit Ray-(Lolium spec.) und Knaulgrassamen (Dactylis glomerata) erwies sich als sehr erfolgreich. Die Grassamen machen gut ca. 25% des Volumenanteils aus.

Daneben stehen meinen Vögeln immer diverse Komplemetärfutter zur Verfügung.
- CE-DE Mineralgrit http://www.happy-pet.ch/shop/pop_up....artikel_id=238
- Sepiaschalen
- Muschelsand (kein billiger Quarzsand!)
- Holzkohle
- Trauben- und Fruchtzucker
- Zerstossene - voreher im Ofen erhitzte - Eierschalen die mit Vitakalk angreichert wurden

Als Grünfutter gebe ich Gurkenstücke (der Länge nach aufgeschnitten). Hie und da biete ich diverse tiefgefrorene, halbreife Kolbenhirse an. Aufgrund meiner Erfahrungen findet diese jedoch keine grosse Beachtung und spielt somit eine untergeordnete Rolle in der Ernährung dieser wunderschönen Amaranten-Art. Über diese Feststellung schrieb bereits auch SCHWARZ (AZ-Nachrichten 7/83, 256 ff) in seinem Zuchtbericht.

Um Abwechslung in das Futterangebot zu bringen, reiche ich wöchentlich 1 -2 Mal ein Insektenfutter. Als "Lebendfutter" erhalten meine Pfleglinge die gefrosteten Larven (1A Qualität) des Getreideschimmelkäfers (Alphitobius diaperinus) die ich bei meinem langjährigen und wertvollen Züchterkollegen R. Arn aus der Schweiz beziehe. Als weiteren Lebendfutterersatz bekommen meine Vögel (wenn erhältlich) tiefgefrorene Ameisenpuppen. (Nicht Eier, oder hat jemand schon eierlegende Ameisen gesehen!?!)

Als eigentliches Lebendfutter gebe ich meinen Prachtfinken selbstgezogenen Fruchtfliegen (Drosophila melanogaster).

In den Sommermonaten hat man die Möglichkeit Gräser und Pflanzen wie z.B. Vogelmiere (Stellaria media), Einjähriges Rispengras (Poa annua), Löwenzahn (Taraxacum officinale), Ruchgras (Anthoxanthum odoratum), Quirlige Borstenhirse (Setaria verticillata), Breitwegerich (Plantago major) und Wiesenknäuelgras (Dactylis glomerata) u.a. von den umliegenden Wiesen zu sammeln und den Prachtfinken anzubieten.

1. Bild Gurke und Essigfliegen im Wassergefäss
2. Bild Knaulgras
3. Bild Gefrostete Larven des Getreideschimmelkäfers
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Alt 16.03.2007, 20:53   #18
Virata
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8.0 Fortpflanzung

8.1 Allgemeines

Um die Leserschaft nicht mit langweiligen und wenig aussagekräftigen Angaben von Monatsdaten zu langweilen, verzichte ich im nachfolgenden Text den Brutablauf meiner Zucht in Form einer chronologischen Abhandlung wiederzugeben.

Vielmehr sollen die Angaben dazu dienen einen allgemeinen Überblick über die ganze Fortpflanzungsperiode zu erhalten.

8.2 Revierbildung

Ob überhaupt Reviere gebildet werden, wie gross diese sind und wie lange diese während der Brutzeit bestand haben, konnte ich nicht feststellen, auch in der Literatur fand ich diesbezüglich keine Angaben. Scheinbar ist zu diesem Thema noch zuwenig aus dem Leben in freier Wildbahn bekannt.

Wie ich bereits geschrieben habe, ist der Weinrote Schwarzkehlamarant recht friedfertig. Interessant wäre festzustellen, ob er in kleinen Kolonien brütet oder aber seine Nester getrennt von seinen Artgenossen baut.
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Alt 16.03.2007, 22:59   #19
Virata
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8.0 Fortpflanzung

8.3 Paarbildung

Wie bei den meisten Vögeln empfiehlt es sich auch bei der hier beschriebenen Art die Paarbildung den Vögeln zu überlassen. Die Chancen, dass sich Nachwuchs einstellt, stehen besser als bei einer Zwangsverpaarung. Diese Erfahrung machte ich auch bei meinem Zuchtpaar, welches sich als erstes zusammen fand. Es begann sehr viel früher mit dem Brüten als das Zwangsverpaarte.

Eine erstaunliche Beobachtung machte ich, als ein männlicher Jungvogel - trotz eines angebotenen blutfremden Weibchens - seine eigene Schwester anbalzte. Ich erkläre mir das Verhalten durch das lange Zusammenleben der Geschwister im selben Käfig, was eventuell zu einer Art Gewohnheit führte und dadurch das Männchen an Sicherheit und Vertrauheit beim Balzverhalten gegenüber seiner Schwester gewann. Natürlich trennte ich die Beiden sofort.
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Geändert von Virata (16.03.2007 um 23:02 Uhr)
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Alt 08.07.2007, 14:05   #20
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8.0 FORTPFLANZUNG

8.4 Balz

Nach Angaben von Wolters fällt die Brutzeit für den Lagonosticta v. togoensis im Verbreitungsgebiet in Nigeria, auf Juli - August.

In unseren Breitengraden ist der Beginn nicht saisonal bedingt. Meine Vögel brüteten zu den unterschiedlichsten Jahreszeiten.


Der Balzverlauf ist ähnlich wie bei anderen Lagonosticta - Arten. Die beobachteten Vögel trugen die Halmbalz am Boden vor. Das Männchen umhüpfte mit aufgerichtetem Körper und Hals, mit einem Moosstückchen im Schnabel, das Weibchen. Danach folgte die Begattung auf einer kleinen Erhöhung auf dem Volierenboden. Während des ganzen Ablaufes der Balz konnte ich keine Töne wahrnehmen.

Es gibt Züchter, welche die Halmbalz mit Gesangsbegleitung beobachten konnten. Sie stellten aber auch fest, dass danach nie ein Tretakt erfolgte. Woraus sich die Vermutung ableiten lässt, dass die Gesangsbalz zur reinen Schaubalz geworden ist und eher zur Festigung des Zusammenhaltes des Paares dient.
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