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Alt 08.01.2018, 18:50   #221
Sylvi
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Damit du nicht nur für dich alleine Schreibst Ein kleiner Kommentar von mir.
Ich beschalle nicht mehr, seit ich mindestens 5 Brutpaare habe, ich, für meinen Teil, halte es nicht mehr für nötig, denn alle Ferien Plätze wurden besetzt, auch ohne Beschallung.
Das alles seit 3 Jahren, Für und Wieder könnt ihr gern discutieren, ich habe meine Erfahrungen
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Alt 09.01.2018, 01:39   #222
Waechter
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Blinzeln Etwas verspätet .....

Eigentlich wollte ich heute etwas ganz anderes machen, aber ein Anruf hat gereicht, – damit ich auch noch im V-P nachlese was da gestern (#213) und heute seit (#214) geschrieben wurde ……………… und schon hatte ich eine Programmänderung ---- und dann kam noch was ganz anderes dazwischen und muss Nachsitzen

Das ist erstaunlich viel Text zu lesen und zeigt , dass sich Werder damit auch viel Arbeit gemacht hat.

Wie ich schon zuvor aus den letzten Texten lesen konnte, entstehen Meinungsverschiedenheiten im V-P immer wieder an den Begriffen selbst,
wie sie zu aufgefasst werden und jeder für sich anders deutet.

z.B. Koloniebrüter
Das ist doch genau genommen sehr einfach: Alle Vogelarten, die in Gesellschaft brüten sind Koloniebrüter.
Bei der Anwendung dieser Bezeichnung gibt es je nach Vogelart doch sehr unterschiedliches Verhalten zu beobachten.
Bei Schwalben, sehe ich das noch positiv. Die bauen ihre Nester selbst und scheuen auch keine Nachbarschaft.
Streitigkeiten sind mir da nicht bekannt, sie sind auch keine Nestfolger, die sich vorhandene Nester erobern wollen,
aber von Schwalben weiß ich leider zu wenig, als dass ich begründet weitere Argumente anbieten könnte.

Aus diesem Grund greife ich nochmal auf das zurück, dass ich hier im V-P schon früher zu klären versuchte.

Nur weil Mauersegler in benachbarten Nistkästen ihre Jungen aufziehen, kann nicht zwingend angenommen werden,
dass sie die eine direkte Nachbarschaft bevorzugen und wollen, statt einem Nistkasten mit Abstand zu suchen.

Ich habe genügend Berichte mit Beispielen gelesen, bei denen zwischen den Kästen auch Plätze ungenutzt bleiben.

Dass Mauersegler, die sich ohne Klangattrappen selbst angesiedelt haben, anders verhalten als es im V-P mehrfach beschrieben wurde, konnte ich hier bis 2017 an sieben Nistplätzen beobachten.
Schon ab 2011 kamen mir bei der Behauptung, die Duette seine Lockrufe erste Zweifel.

Wenn von Anfang an intensiv mit Klangattrappen beschallt wird, ist das schon für das erste Paar kein natürlicher Vorgang und nicht verwunderlich, dass dann ein anderes Verhalten zu beobachten ist.

Als neuer Teilnehmer im V-P, machte ich 2011 die Beobachtung, dass sehr gerne liebgewordene Erkenntnisse immer wieder unkritisch zitiert wurden und dabei auf eine objektive Bewertung verzichtet wurde.

Die penetrante Wiederholung lässt unbewiesene Vermutungen nicht richtig werden.

Mehrfach gestellte Fragen nach der Häufigkeit der Ein- und Aus-Flüge gab es viele,
die aber sehr unpräzise beantwortet wurden.
Das brachte mich auf die Idee hier bei mir am K1 für ein Anwesenheits-Protokoll zu sorgen.
Schon im zweiten Jahr meiner aktiven Beobachtung habe ich das dann sehr zeitaufwendig realisiert
und mit dem Arduino ab 2013 fast automatisiert.

Zusätzlich hatte ich damals die Idee durch Aufzeichnung und der Stimmenanalyse Männchen und Weibchen zu unterscheiden.
Mit Stimmenaufzeichnung und Sonogramm hatte das zuvor noch niemand gemacht.

Dass das Weibchen die höhere Frequenz und das Männchen die tiefere Frequenz ruft,
wurde vermeintlich als logisch angenommen, ist auch so in Berichten zu lesen ---- und stimmt trotzdem nicht.
Die Unterschiede in den Rufen sind andere.

Was die optimale Aufzeichnung von Duettrufen betrifft, bin ich immer noch am Experimentieren.
Mein DR-05 Tascam WAV-Recorder mit dem Bereich bis 40 kHz ist schon mal ein guter Anfang.
Um nichts zu übersehen, wünsch ich mir noch etwas mehr Frequenzbereich. (… bis 60 kHz)

Was die Duettrufe im Flug betrifft, in welcher Entfernung die hohen Frequenzanteile von einem Ruf noch gehört werden können, dabei spielt die Lufttemperatur und Feuchte eine große Rolle – sie beeinflusst die Dämpfung.
Was diese Parameter betrifft muss ich mich im Internet noch mal aktuell schlauer machen und etwas rechnen.

http://www.spielen-forschen-wissen.d...lgemein/Schall

Zitat:
Die Umgebung hat einen Einfluss auf die Verbreitung des Schalls. Um eine Vorstellung zu geben, wie eine Tabelle mit der Dämpfung in -db pro Meter bei 20° Celsius, abhängig von verschiedenen Frequenzen und der Luftfeuchte aussieht, kann mit dem link nachschauen.
Kurz gesagt hohe Frequenzen sind nur auf kurze Entfernung gut zu hören
und dann aber für die Nahorientierung der Mauersegler wichtig.

Ich weiß, ich wiederhole mich hier, denn habe das schon früher so beschrieben,
möchte aber auf das genannte Unverständnis im #213 reagieren.

Das Abspielen der Klangattrappen hat dann negative Auswirkungen, wenn in der Aufzucht-zeit dadurch häufiger die Nistkästen aufgesucht werden müssen, um sie zu verteidigen, weil mit dem „Beschallen“ mehr Sucher angelockt werden.
Einige Futterflüge fallen dann meist an den Schönwettertagen aus.

Dieser logische Zusammenhang muss nicht bewiesen werden, denn wenn mit dem Beschallen beabsichtigt ist,
dass mehr Segler neue Nistplätze suchen, als sie es von alleine tun würden,
dann kommen auch die Nistplatzbesitzer zum Verteidigen öfter zurück in ihre Kästen.

Am JuVZ ohne angesiedelte Mauersegler, hatte ich alle Freiheiten eine Beschallung einzusetzen.
Bevor ich damit begann, wurden auch schon unsystematisch an verschiedenen Tagen morgens und nachmittags für 1-2 Stunden beschallt. In diesem Stadtteil gab es aber keine Sucher, die das hören konnten und reichte nicht.
Die von mir beobachtete (natürliche) Suchgrenze war in Richtung Stadt mindestens 800 Meter entfernt.

Deshalb habe ich nach ersten Versuchen in 2014 ab 2015 täglich mehrere Stunden,
an den Wochenenden sogar den ganzen Tag die Beschallung laufen lassen und nicht nur bei schönem Wetter.

Ich wollte die wenigen Momente nutzen, wenn sich „zufällig“ Mauersegler den Gebäuden näherten
und sie dann auch immer was hören konnten.

2015 zeigten sich dann auch dort die ersten Sucher, die aber die Kästen noch nicht kannten.
Die notwendige Weiterentwicklung der Klangattrappe, kann in früheren Beiträgen nachgelesen werden.
ab:
http://www.vogel-portal.de/forum/sho...&postcount=173

Gruß, Waechter
__________________

.* Waechter 2011 *
Es gibt nichts Gutes.
Es sei denn, man tut es!
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Alt 11.01.2018, 02:24   #223
Bullwinkel
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Zitat:
Zitat von Sylvi Beitrag anzeigen
Damit du nicht nur für dich alleine Schreibst Ein kleiner Kommentar von mir.
Ich beschalle nicht mehr, seit ich mindestens 5 Brutpaare habe, ich, für meinen Teil, halte es nicht mehr für nötig, denn alle Ferien Plätze wurden besetzt, auch ohne Beschallung.
Das alles seit 3 Jahren, Für und Wieder könnt ihr gern discutieren, ich habe meine Erfahrungen

Hallo Sylvi,


bei 5 Brutpaaren sind mindestens 10 adulte sowie sommertags noch geschätzte 10 ein- bis mehrjährige Segler ohne Brutplatz regelmäßig in der Nähe der ggf. noch unbesetzten Nistkästen unterwegs. Meine Diskussion ging nicht in die Richtung, bei einer schon stark besetzten Brutgesellschaft noch Lautsprecher dazwischen zu hängen. Die Segler dürften die Kolonie wohl ausreichend und besser beschallen als jede Klangattrappe.

Es gibt aber auch Regionen mit sehr wenigen Seglern wo man vielleicht mit viel Glück und Mühe 1 od. 2 Paare angesiedelt hat bei vielen freien Kästen und sich von selbst lange nichts mehr tut. Dort halte ich weitere verantwortungsvolle, zeitlich begrenzte Beschallung für sinnvoll, um wohnungslose Segler von weiter her anzulocken und an das Gebäude zu binden. Nur darum geht es in der Diskussion.

Zitat:
Zitat von Waechter Beitrag anzeigen
z.B. Koloniebrüter
Das ist doch genau genommen sehr einfach: Alle Vogelarten, die in Gesellschaft brüten sind Koloniebrüter.
Bei der Anwendung dieser Bezeichnung gibt es je nach Vogelart doch sehr unterschiedliches Verhalten zu beobachten.
Bei Schwalben, sehe ich das noch positiv. Die bauen ihre Nester selbst und scheuen auch keine Nachbarschaft.
Streitigkeiten sind mir da nicht bekannt, sie sind auch keine Nestfolger, die sich vorhandene Nester erobern wollen,
aber von Schwalben weiß ich leider zu wenig, als dass ich begründet weitere Argumente anbieten könnte.

Aus diesem Grund greife ich nochmal auf das zurück, dass ich hier im V-P schon früher zu klären versuchte.

Nur weil Mauersegler in benachbarten Nistkästen ihre Jungen aufziehen, kann nicht zwingend angenommen werden,
dass sie die eine direkte Nachbarschaft bevorzugen und wollen, statt einem Nistkasten mit Abstand zu suchen.

Ich habe genügend Berichte mit Beispielen gelesen, bei denen zwischen den Kästen auch Plätze ungenutzt bleiben.

Hier noch mal eine Definition für "Koloniebrüter":

Koloniebrüter: Vögel, die ihre Nester in geringem Abstand zueinander anlegen, weil z.B. geeignete Nistmöglichkeiten Mangelware sind oder um einen besseren Schutz vor Feinden zu gewährleisten.


Quelle: https://offene-naturfuehrer.de/web/Koloniebr%C3%BCter


Diese bleibt noch allgemeiner als die in Beitrag 213. Es reicht also völlig aus, wenn die MS nur aus Nistplatzmangel akzeptieren, nah beieinander zu brüten um als Kolonie bezeichnet zu werden. Wie ich in Beitrag 213 dargelegt habe ist es beim MS aber viel mehr.

Was hat es denn damit zu tun, ob die Vogelart ihre Nester selbst bauen kann ? Spechte können das beispielsweise. Egal wie viele Spechthöhlen in einem Spechtrevier vorhanden sind wird nur ein Paar in diesem Revier brüten.

Segler können ihre Höhlen nun mal nicht zimmern od. mauern. Bei einem ausgeprägten Revierverhalten würden sie trotzdem nicht in geringer Entfernung zueinander brüten, sondern es würde beispielsweise nur ein Nistkasten pro Haus genutzt.

Mehlschwalben haben kleinere Nester, und sind auf engem Raum fluggewandter als Segler, können auf Dachrinnen, Zweigen und Drähten landen. Eng beieinander liegende Nester können sie besser anfliegen als Segler. Ich bezweifle, dass die Nester in einer Mehlschwalbenkolonie immer alle in Reihe ohne Lücken besetzt sind. Allein durch ausfallende Altvögel können genauso wie bei Seglern Lücken in der Kolonie entstehen. Ich bezweifle auch, dass es in Mehlschwalbenkolonien keinen Streit oder Versuche von Nestübernahmen gibt.

Da kann @Werder als Mehlschwalbenexperte bestimmt weiterhelfen. In unserer Stadt wurden sie leider schon vor ca. 30 Jahren ausgerottet und meine Erinnerungen sind in dieser Hinsicht nicht mehr taufrisch.

Ich sehe in Deiner Argumentation nicht einen Hinweis darauf, dass es sich beim MS nicht um einen hoch entwickelten Koloniebrüter handelt.

Zitat:
Zitat von Waechter Beitrag anzeigen
Dass Mauersegler, die sich ohne Klangattrappen selbst angesiedelt haben, anders verhalten als es im V-P mehrfach beschrieben wurde, konnte ich hier bis 2017 an sieben Nistplätzen beobachten.
Schon ab 2011 kamen mir bei der Behauptung, die Duette seine Lockrufe erste Zweifel.

Wenn von Anfang an intensiv mit Klangattrappen beschallt wird, ist das schon für das erste Paar kein natürlicher Vorgang und nicht verwunderlich, dass dann ein anderes Verhalten zu beobachten ist.
Ich gehe auch nicht davon aus, dass Duette Lockrufe sind. Sie sind aber ein Teil der Kommunikation in einer MS Kolonie und können trotzdem andere Segler auf die Kolonie aufmerksam machen und zur Nistplatzsuche animieren.

Es war schon kein natürlicher Vorgang, dass irgendwann vor einigen tausend Jahren die ersten seglertauglichen Gebäude entstanden und die Tiere bis zum Mittelalter ihre natürlichen Brutplätze an Felsen größtenteils aufgaben. Sicher haben MS bis heute in vielen Belangen ihr Verhalten geändert. Sie kamen aus unzugänglichen, menschenleeren Naturgebieten in die Großstädte und gewöhnten sich an künstliche Lebensräume einschließlich massiver Störungen. Es ist wohl das Erfolgsrezept der MS gegenüber einigen anderen Seglerarten, ihr Verhalten relativ zügig und zu ihrem Vorteil an veränderte Bedingungen anzupassen.

Selbst wenn das Verhalten der MS bei Besiedlung einer neuen Nistkastenanlage mit Beschallung anders ist als ohne, wo ist das Problem ? Die Nistkastenanlage ist auch künstlich, unterscheidet sich sehr stark von den natürlichen Felsbrutplätzen oder den Nistplätzen im Traufbereich der Gebäude wie in den letzten Jahrhunderten. Soll man jetzt lieber keine Kästen machen, da die Segler auch darauf mit verändertem Verhalten reagieren ?

Ist die Verhaltensänderung für die Segler und die weitere Ansiedlung schädlich ? Dann müßten sich schädliche Auswirkungen zeigen wie verminderte Bruterfolge, geringere Fitness der Altvögel, z. B. geringeres Gewicht etc.. Alles müßte zweifelsfrei auf die Beschallung zurückzuführen sein.

Zitat:
Zitat von Werder Beitrag anzeigen
Da sind wir doch schon - das ist nicht klar entschieden . (......)
Es bedarf jedoch auch für Laien wenig Beobachtungsgabe zu bemerken natürliche Kolonien von MS gibt es gar nicht . Koloniebrüter wählen den Standort nach ihren Kriterien selber aus , bauen aktiv ein Nest mit den von ihnen gewählten Abständen zueinander .
Wir hingegen schaffen also laufend künstliche Kolonien genau das Gegenteil vom natürlichen, für die der Segler evolutionär nicht gemacht ist und ihn so an seine Grenzen bringen . (...) Die Segler sprechen auf dieses unnatürliche angebotene Programm an und wir deuten anschließend bestimmte Verhaltensweisen als natürlich . (....)
Den Übergang von reinen Felsbrütern zu Gebäudebrütern haben die MS doch selbst ausgewählt. In früheren Gebäuden mit vielen Nistmöglichkeiten konnten sie auch die Abstände ihrer Nester frei auswählen, trotzdem gab es große Kolonien z. T. über mehrere Gebäudekomplexe hinweg mit hunderten Brutpaaren.

Sieht man jetzt mal den Menschen und seine Bauwerke als künstlich an haben die MS diese künstlichen Nistplätze frei gewählt mit dem Ergebnis einer fast flächendeckenden Ausbreitung über die nördliche Hemisphäre. Dass sie künstliche Nistkästen annehmen zeigt ihre große Anpassungsfähigkeit. Sollten die Segler in den künstlich angelegten Nistkastenanlagen anderes, neues Verhalten zeigen ist das auch schon Evolution und keineswegs pauschal als negativ zu werten. Sollte unser Planet in vielen Jahren noch Seglerleben zulassen werden sie vermutlich alle in vollüberwachten, klimatisierten, beschallbaren high tech Kästen brüten und vermutlich auch gezielt nach diesen suchen.


Zitat:
Zitat von Werder Beitrag anzeigen
Einige "Experten" die sich verstiegen haben wussten oder wissen noch immer nicht wie hoch der Baum ist .
Als hier im Forum wenige, die aus ihrer Arbeitswelt es gewohnt waren wissenschaftlich zu arbeiten, sich mal die Mühe gemacht haben den Frequenzgang der MS exakt zu ermitteln wurden sie neidisch mit Hohn und Spott oder Ignoranz bestraft . (...)
Es macht glücklicherweise wohl einen Unterschied aus , was für Rufe und welchen Frequenzumfang .
Natürlich macht es einen Unterschied, welche Rufe man abspielt, da habe ich gar nichts gegenteiliges behauptet. Sobald die Frequenzen in einem Bereich sind wo die Segler sie gut hören und mit Suchverhalten reagieren, sollte es wohl für den Otto Normal Ansiedler ausreichen.

Selbstverständlich kann man die Lautäußerungen der MS noch weiter untersuchen und ich habe Respekt vor jedem, der diesbezüglich Methoden entwickelt und Ergebnisse ausarbeitet.

Man kann aber nicht von jedem verlangen, sich in solche komplizierten Themenbereiche einzuarbeiten. Für die Besiedlung und Betreuung von Nistkästen ist das auch nicht nötig.

Zitat:
Zitat von Werder Beitrag anzeigen
Wohl verstanden , wir schreiben über das Beschallen an einer besetzten Kolonie . Wie weisst Du dann, wenn du an Deinen Top Tagen zu Deinen top Zeiten beschallst , die Anflüge ein Resultat deiner Beaschallung sind ? Woran erkennst Du das ?
Wir können hier über alles diskutieren , darum erlaube ich mir die Bemerkung so wird kein Schuh daraus und der Wunsch war wohl Vater des Gedankens .
Wenn an top Tagen zu top Zeiten Anflüge zu verzeichnen sind würde ich gar nicht beschallen. Dort wo das möglicherweise nicht der Fall ist wie z. B. in kleinen Dörfern oder bei anderen ungünstigen Bedingungen würde ich zeitlich begrenzt beschallen und wenn daraufhin öfter Sucher anfliegen würde ich es als Resultat der Beschallung ansehen.

Habe auch fertig, sonst verschreibe ich noch den Saisonbeginn...
__________________
Liebe Grüße

Thomas
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Alt 11.01.2018, 11:26   #224
Waechter
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Leere Nistkästen im Angebot

Hier finde ich ein Beispiel,
bei dem trotz Beschallung nach der Erweiterung auf 7 Kästen
nur der erste Kasten in der Mitte genutzt wird.

Die Vogelwelt Bd. 132 1/2011 Transponderberingung ...
vogelwelt-bd-132-1_2011

Die Vogelwelt Bd. 132 3/2011 Zur Brutbiologie .......
vogelwelt-bd-132-3_2011

Für mich die beste Dokumentation der letzten Jahre.


Gruß, Waechter
Die Kästen links und rechts wurden auch von Suchern kaum angeflogen.
Angehängte Grafiken
Dateityp: jpg Kastenreihe.JPG (66,7 KB, 14x aufgerufen)
Dateityp: jpg Stimmenunterschied- Zitat-Vogelwelt-2011_3.jpg (99,4 KB, 11x aufgerufen)
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.* Waechter 2011 *
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Alt 12.01.2018, 00:47   #225
Waechter
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Nachtrag

Bei der Mühe hier mitzulesen, um ernsthaft darüber zu diskutieren,
ist es notwendig nochmal darauf hinweisen, dass ein Beitrag oft nur eine spontane unvollständige Antwort ist,
die nicht den Zusammenhang zu allen älteren Berichten wiedergeben kann,
in den sie eingegliedert werden müsste.

Im V-P wurde schon viel geschrieben und erfragt -- es wiederholt sich.

Damit nicht alle älteren Berichte wieder aufgeführt werden müssen, versuche ich meine Absicht
hier nochmal zusammenzufassen.

Von Anfang an wollte ich [2011] eine Antwort finden weshalb es wie bei mir an der Spatzen-Villa
und besonders am Kasten 1 so schön und schnell funktioniert hat und das ganz ohne jegliche Beschallung.
Damals kannte ich als Neuling diese Möglichkeit eine CD zu nutzen noch nicht.

Diese "natürlichen optimalen Bedingungen" wollte ich für den Kasten 2 nicht durch eine Beschallung verändern.

Die Mauersegler können selbst Nistplätze finden und sie brauchen das Beschallen eigentlich nicht.

Diesen Bericht von Dick Newell habe ich schon mehrfach zitiert, dort wurde auch nicht geklärt
weshalb es trotz der Beschallung lange nicht zur Besiedlung gekommen ist.

-- mehr noch, die Mauersegler haben die Nistmöglichkeiten nicht erkannt.

Ansiedlugsversuch-Bericht

Was wurde dort dann alles probiert und gebastelt ..........
.... bis es dann 2016 doch noch geklappt hat.

Dann gibt es den vorherigen Bericht, bei dem mit CD sowohl auf der einen Hausseite ein einzelner Kasten besiedelt wurde
und hinter dem Haus auch. Nachdem auf beiden Hausseiten insgesamt je 7 Nistkästen hingen,
wurden nur hinter dem Haus noch zwei äußere Nistkästen besiedelt.
Insgesamt werden an dem Haus nun 4 von 14 Kästen benutzt, und nicht mehr.
Das trotz weiterer Beschallung. (Warum ?? ist noch ein Rätsel)

Bei meinen Versuchen am JuVZ wollte ich die Wirkung der CD-Beschallung beobachten, daraus lernen
und habe das Klangbild der CD-Rufe analysiert und bewertet.

Schon in dem Vergleich der Sonogramme mit Original-Stimmen und der Wiedergabe, konnte ich erkennen,
dass die verwendeten Lautsprecher ungeeignet waren
und sah später auch, dass die Duett-Rufe der MS in einem Kasten ein ganz anderes Klangbild erzeugen,
als das der zum Teil verstümmelte Stimmensalat auf der CD --
und in der Stereo-Wiedergabe mit zwei Lautsprechern erst recht nicht bieten kann.

Bei der vielfältigen Diskussion im V-P werden immer wieder die Beispiele hochgelobt,
bei denen es mit der CD funktioniert hat.
Den Erfolg gönne ich jedem, liefert aber keinen Beweis dafür, dass es an anderer Stelle ebenso zum Erfolg führen muss.

Viel interessanter sind für mich die Berichte, bei denen es nicht sofort funktioniert und auch länger dauert.
Nur dort besteht die Chance zu erkennen woran es liegt und wie es besser gemacht werden kann,
damit dann alle davon profitieren können.

Mit meinen Versuchen reifte bei mir auch die Überzeugung, dass die Duettstimmen eines Paares,
die neben oder von einem Kasten aus von einem Lautsprecher (Tweeter) zu hören sind, --- als ob dort ein Paar nistet ---
den Vögeln die natürliche Orientierung bietet die sie brauchen, damit sie das Einflugloch finden.
Eine solche Klangattrappe habe ich für mich mit eigenen Aufzeichnungen von Duettrufen zusammengestellt.

Da die Mauersegler als Nestfolger andere Vögel beobachten, um ihre Nester zu übernehmen,
finde ich die Anwendung einer MS-Silhouette als Zeigevogel reizvoll genug,
um zusätzlich das Interesse zu wecken dort einzufliegen.
Das ist besonders wichtig, wenn sich das Aussehen der Einfluglöcher von dem unterscheiden,
was sie bisher gelernt haben und an den neuen Nistplätzen das Anfliegen (mit anderer Richtung) neu lernen müssen.
Beobachtung:
Ohne suchende Vögel blieben die Mauersegler stumm.
Duette sind ohne anfliegende Sucher nicht zu hören.

Ich bin nun gespannt, was ich 2018 beobachten kann.
Dem JuVZ werde ich besondere Aufmerksamkeit widmen.
Wenn sich dort Mauersegler zeigen, die auch in Nistkästen einfliegen, werde ich dort keine weitere Beschallung abspielen.

Gruß, Waechter
__________________

.* Waechter 2011 *
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Alt 16.01.2018, 13:29   #226
Werder
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Beiträge: 3.229
Hallo Zusammen

Zum Thema der Beschallung an besetzten Kolonien ist eigentlich alles gesagt .
Wie war das mit Ursache und Wirkung vertauschen nochmals ?
Dann gilt für mich auch festzuhalten , dass ehemalige Beschallungsfanatiker in ihren Empfehlungen geradezu moderat wurden .
Zum Thema , dass der MS womöglich nicht das Zeugs oder eben nur Beschränkt zum Koloniebrüter hat, sollen sich Biologen zur Aufgabe annehmen .
Mauersegler können auch absolut paarweise alleine weitab anderer Paare brüten , bei Mehlschwalben etc. habe ich das noch nie gesehen - ganz im Gegenteil .
Spannend auch der Umstand , dass sich Koloniebrüter wie Mehlschwalbe und Alpensegler schlecht mit einer Klangattrappe und die zänkische Rauchschwalbe schon besser übertölpeln lassen .
Dahinter steckt der Gedanke das Wesen zu verstehen versuchen und dem auch gerecht zu werden .
Dem Wesen der Biene versuchen heute viele Imker übrigens auch gerechter zu werden - wesensgerechte Bienenhaltung .
Bienenhäuser und aneinander gereihte Bienenbeuten sind aus wissenschaftlichen Gründen zunehmends out , man kann auch von Massentierhaltung sprechen und die Auswirkungen sind in etwa die Selben wie wir sie bei den Seglern antreffen . Die Parallelen sind beim unvoreingenommenem Hinsehen frappant .
__________________
Der beste Zeigervogel ist ein Apus apus
Meine Bilder sind nicht ( C)

Alpenseglergruss Markus

Geändert von Werder (16.01.2018 um 13:31 Uhr)
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