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Alt 02.10.2017, 00:43   #71
Füchsin
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Zitat:
Zitat von Nival Beitrag anzeigen
Auch wenns hier im Unterforum von Wildvögeln ist - der Thread passt doch am besten und ich wollte dafür nun keinen neuen aufmachen. Hatte ich die Tage gelesen und fands nun interessant genug zum teilen: Glasfassaden – Fallen für Fledermäuse

Kurz gefasst: glatte, senkrechte Flächen sind nicht "nur" für Vögel gefährlich, sondern auch für Fledermäuse, die diese nicht rechtzeitig orten können und ebenfalls quasi ungebremst dagegen prallen - betrifft in diesem Fall eben nichtmal nur Glas, sondern auch sonstige Flächen.
Danke für die Info, mir war nicht bekannt, dass auch Fledermäuse zu Scheibenopfern werden können.
Ich habe schon manchmal gerätselt, was einer vor einem Haus gefundenen Fledermaus passiert sein könnte, auf Anflug bin ich nicht gekommen.
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Alt 02.10.2017, 02:35   #72
Bullwinkel
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Zitat:
Zitat von Füchsin Beitrag anzeigen
Oder Mensch: Das verdammte Katzenvieh hat schon wieder einen Vogel....

Aus dem Thread "Ansiedlung von Trauerfliegenschnäpper, Gartenrotschwanz u. anderen Insektenfressern":
QUOTE=Bullwinkel;191142]
Selbstverständlich hat der allgemeine Arten- und Individuenrückgang erstmal andere Ursachen, aber bei immer dichterer Besiedlung und kleiner werdenden Lebensräumen für Wildtiere können die Unmengen von wildernden Katzen den letzten Kick zur Auslöschung von lokalen Populationen geben. Dieses Problem wäre durch verantwortungsvolle Katzenhaltung leicht zu lösen im Gegensatz zu vielen anderen.

Von den "Katzenopfern" die mir regelmässig gebracht werden, sind die meisten ziemlich sicher von Katzen aufgesammelte Scheibenopfer.
(Ein gesunder erwachsener Vogel fliegt besser als jede Katze!)

Eine Nachbarin bringt mir seit über 30 Jahren jährlich 3-6 Vögel- das sind nur die Scheibenanflüge die sie direkt miterlebt!
Die übrigen sind "für die Katz"....

Von den Menschen, die sich immerhin die Mühe machen, einen Vogel zum Tierarzt oder zu mir zu bringen, sind ungefähr 5 Prozent bereit, darüber nachzudenken, ihre Fenster für Vögel sicherer zu machen.
Hallo Füchsin,

das Zitat aus dem Schnäpper Thread ist hier aber ziemlich aus dem Zusammenhang gerissen.
Es ging da weder um um die Flugfähigkeit von Katzen noch um ausschließlich erwachsene Vögel. Vorher steht wohl erstmal Nestbau, Brut, Nestling, Ästling...da muß erstmal einer erwachsen werden...
Natürlich kann auch jede Katze, die es einmal gelernt hat, topfitte erwachsene Vögel erbeuten, besonders die Arten, die bevorzugt am Boden oder in niedriger Vegetation ihre Nahrung suchen. Da ist vielleicht nicht jeder Versuch ein Erfolg, aber jeden Tag gibt's neue Versuche.

Dass die meisten, von Katzen gebrachten Vögel Scheibenanflugopfer sind stelle ich aber mal heftigst in Frage ohne entsprechende Quellen. Dass Katzen sich diese auch gerne mitnehmen ist natürlich klar. Sie stehen da aber noch in Konkurrenz zu Rabenvögeln, Fuchs, Marder...selbst der Igel ist da kein Kostverächter. Die bei weitem meisten Vögel dürften aber wohl selbst erjagt sein, besonders im Sommerhalbjahr die unerfahrenen Jungvögel.

Wir haben immer noch, ganz altmodisch, Omas Spanngardinen vor den Fenstern. Da fliegt nie ein Vogel an. Es ist aber vor vielen Jahren mal passiert als die Gardinen in der Wäsche waren. Meiner Meinung bieten Gardinen gute Sicherheit. Für Wohnhäuser ist das absolut ausreichend.

Die großen Mengen an Vögeln dürften aber an den riesigen Glasfassaden in den Städten oder auch großen Fensterfronten an öffentlichen Gebäuden ums Leben kommen. Je höher, desto schlimmer. Für nachtziehende Arten sind das absolute Todesfallen.


Das Problem mit Scheiben und Fassaden ist ganz ähnlich gelagert wie mit einem Teil der Katzenhalter. Vielen fehlt das Problembewusstsein oder die Einsichtsfähigkeit. Sobald es die eigene Bequemlichkeit berührt oder was kostet ist der Naturschutz schnell nebensächlich und wird ausgeblendet.
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Liebe Grüße

Thomas
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Alt 03.10.2017, 18:33   #73
Füchsin
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Hallo Thomas,

[QUOTE=Bullwinkel:Hallo Füchsin,
das Zitat aus dem Schnäpper Thread ist hier aber ziemlich aus dem Zusammenhang gerissen. [/QUOTE]]

Ja. Ich hätte zum Thema Scheibenanflüge auch in dem Schnäpper-Thread schreiben können.

Zitat:
Es ging da weder um um die Flugfähigkeit von Katzen noch um ausschließlich erwachsene Vögel. Vorher steht wohl erstmal Nestbau, Brut, Nestling, Ästling...da muß erstmal einer erwachsen werden...
In einem Garten ohne ausreichende Möglichkeiten, sich in Sicherheit zu bringen, werden sehr viele Jungvögel zur Beute, sichtbar, wenn sie von Katzen erwischt werden, meist unbemerkt von Menschen bei einem der anderen Tiere des Morgengrauens.
Eine Brut in einem einzeln stehenden Busch, wie sie in vielen Gärten stehen, bleibt vielleicht erstmal unbemerkt, aber wenn die Eltern in kurzen Abständen zum füttern anfliegen, gehört unwahrscheinlich viel Glück dazu, nicht von den scharfäugigen und klugen Rabenvögeln entdeckt zu werden.

Zitat:
Natürlich kann auch jede Katze, die es einmal gelernt hat, topfitte erwachsene Vögel erbeuten, besonders die Arten, die bevorzugt am Boden oder in niedriger Vegetation ihre Nahrung suchen. Da ist vielleicht nicht jeder Versuch ein Erfolg, aber jeden Tag gibt's neue Versuche.
Als Nichtkatzenhalterin, umgeben von freigängerkatzenhaltenden Nachbarn, deren Tiere unser Grundstück mitbenutzen, beobachte ich etwas Anderes.
Katzen werden normalerweise von den Vögeln bemerkt, es wird gewarnt und auch meine jungen handaufgezogenen Vögel in der Aussenvoliere reagieren instinktiv, indem sie mit fressen oder baden aufhören,auf einen Ast fliegen und sich umsehen.
Vögel sind nicht blöd, und, sofern sie gesund und fit sind, meistens in der Lage, sich vor nichtfliegenden Räubern in Sicherheit zu bringen.
Das manche Ganzjahresfütterer mit Bodenfütterung mir berichtet haben, dass die Katzen der Nachbarn täglich mehrere Vögel erbeuten, lässt mich stark beeinträchtigte Vögel vermuten.

Zitat:
Dass die meisten, von Katzen gebrachten Vögel Scheibenanflugopfer sind stelle ich aber mal heftigst in Frage ohne entsprechende Quellen. Dass Katzen sich diese auch gerne mitnehmen ist natürlich klar.
Hier gibt es wohl ein Missverständnis.
Ich schrieb: "Von den "Katzenopfern" die mir regelmässig gebracht werden, sind die meisten ziemlich sicher von Katzen aufgesammelte Scheibenopfer."
Es sind im Allgemeinen Vögel ohne sichtbare Verletzungen, denen auch keine Federn fehlen.Ein Vogel, der zu entkommen versucht hat, ist dagegen normalerweise erheblich verletzt, meistens tot. Tote Vögel, sofern sie nicht während der Fahrt sterben, werden mir nur selten gebracht.

Zitat:
Wir haben immer noch, ganz altmodisch, Omas Spanngardinen vor den Fenstern. Da fliegt nie ein Vogel an. Es ist aber vor vielen Jahren mal passiert als die Gardinen in der Wäsche waren. Meiner Meinung bieten Gardinen gute Sicherheit. Für Wohnhäuser ist das absolut ausreichend.

Die großen Mengen an Vögeln dürften aber an den riesigen Glasfassaden in den Städten oder auch großen Fensterfronten an öffentlichen Gebäuden ums Leben kommen. Je höher, desto schlimmer. Für nachtziehende Arten sind das absolute Todesfallen.
Gardinen sind hier in der Gegend leider nicht mehr üblich.

Wenn ein Haus mit für Vögel nicht erkennbaren Fenstern in einem Garten steht, der eigentlich ein gut geeigneter Lebensraum ist, oder durch GJF viele Vögel anzieht, werden Ausfälle schnell ersetzt. Der Garten wird zur Vogelfalle und wenn die Scheibenopfer schnell verwertet werden, scheint alles in bester Ordnung zu sein. Katzen, die Vögel wegtragen ohne sie zu fressen, stören das schöne Bild.

Zu den von dir erwähnten öffentlichen Gebäuden ergänze ich noch die gläsernen Buswartehäuschen.


Zitat:
Das Problem mit Scheiben und Fassaden ist ganz ähnlich gelagert wie mit einem Teil der Katzenhalter. Vielen fehlt das Problembewusstsein oder die Einsichtsfähigkeit. Sobald es die eigene Bequemlichkeit berührt oder was kostet ist der Naturschutz schnell nebensächlich und wird ausgeblendet.

Und damit sind wir an dem Punkt, der mich an der Schuldzuweisung an Katzen und ihre Halter wirklich stört: indem der Blick sich auf die Katzen konzentriert, werden die Bedingungen, unter denen es Katzen überhaupt erst möglich wird, viele Vögel zu erbeuten, ausgeklammert... man kann sich empören oder Mitleid haben und braucht selber nichts zu ändern.
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Die Füchsin
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Alt 04.10.2017, 02:08   #74
Bullwinkel
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Zitat:
In einem Garten ohne ausreichende Möglichkeiten, sich in Sicherheit zu bringen, werden sehr viele Jungvögel zur Beute, sichtbar, wenn sie von Katzen erwischt werden, meist unbemerkt von Menschen bei einem der anderen Tiere des Morgengrauens.
Eine Brut in einem einzeln stehenden Busch, wie sie in vielen Gärten stehen, bleibt vielleicht erstmal unbemerkt, aber wenn die Eltern in kurzen Abständen zum füttern anfliegen, gehört unwahrscheinlich viel Glück dazu, nicht von den scharfäugigen und klugen Rabenvögeln entdeckt zu werden.
Die anderen Tiere des Morgengrauens erreichen aber bei weitem nicht die Populationsdichten von wildernden Katzen, zudem sind es auch keine wildernden Haustiere des Menschen. Das gilt auch für die Rabenvögel.

Zitat:
Als Nichtkatzenhalterin, umgeben von freigängerkatzenhaltenden Nachbarn, deren Tiere unser Grundstück mitbenutzen, beobachte ich etwas Anderes.
Katzen werden normalerweise von den Vögeln bemerkt, es wird gewarnt und auch meine jungen handaufgezogenen Vögel in der Aussenvoliere reagieren instinktiv, indem sie mit fressen oder baden aufhören,auf einen Ast fliegen und sich umsehen.
Vögel sind nicht blöd, und, sofern sie gesund und fit sind, meistens in der Lage, sich vor nichtfliegenden Räubern in Sicherheit zu bringen.
Das manche Ganzjahresfütterer mit Bodenfütterung mir berichtet haben, dass die Katzen der Nachbarn täglich mehrere Vögel erbeuten, lässt mich stark beeinträchtigte Vögel vermuten.
Mit ca. 30 Jahren Katzenerfahrung weiß ich schon was sie können. Selbst die behäbigste Perserkatze springt wie ein Flummi und erklettert jedes Vogelnest wenn man sie lässt. Es sind Ausnahmejäger die ggf. den ganzen Tag Zeit haben und eine unglaubliche Geduld.
Wenn Vögel Katzen bemerken warnen sie natürlich und stellen in der Brutzeit die Futtersuche und das Füttern der Nestlinge ein. Sind dauernd Katzen da ist das eine erhebliche Störung und erfolgreiche Bruten sind kaum noch möglich.
Wie ich schon schrieb, erstmal muß ein Vogel erwachsen werden... Die Nestlinge, die schon wegen der Störungen verhungern brauchen nachher nicht mehr erbeutet zu werden.
Wir haben Nachbarn mit Freigängerkatzen von denen eine auf Vögel spezialisiert ist. Im Frühsommer finde ich in unserem Garten ständig die Reste der weitgehend gefressenen Jungvögel da bleibt geschätzt nicht viel an Vogelnachwuchs übrig. Das Beutespektum reicht bis zu erwachsenen Türkentauben.
Bei anderen Bekannten haben die beiden Freigängerkatzen täglich bis zu 10 Vögel erbeutet und nach dem Totspielen alle an einer Stelle auf der Terrasse abgelegt. Das ging von Drosseln über Finkenvögel, im Sommer Laubsänger, Grasmücken, Goldhähnchen, Rotkehlchen.... Alle 2 Tage wurde dort saubergemacht. Das spielte sich zu allen Jahreszeiten so ab, Futterstellen waren keine in der Nähe. Man rechne das mal aufs Jahr hoch... Gewiss sind das besonders gute Vogeljäger und manch andere Katze würde vor Neid erblassen, Ausnahmen sind es aber auch nicht.
Ganzjahresfütterungen findet man nun nicht an jeder Ecke und dass ein nennenswerter Anteil der erbeuteten Vögel damit zusammenhängt kann ich gar nicht nachvollziehen, das wäre ein absoluter Spezialfall.


Zitat:
Ich schrieb: "Von den "Katzenopfern" die mir regelmässig gebracht werden, sind die meisten ziemlich sicher von Katzen aufgesammelte Scheibenopfer."
Es sind im Allgemeinen Vögel ohne sichtbare Verletzungen, denen auch keine Federn fehlen.Ein Vogel, der zu entkommen versucht hat, ist dagegen normalerweise erheblich verletzt, meistens tot. Tote Vögel, sofern sie nicht während der Fahrt sterben, werden mir nur selten gebracht.
Das wäre dann auch ein Spezialfall. Ich sehe die Katzen hier in den Gärten regelmäßig erfolgreich jagen. Die Masse der erbeuteten Vögel sind Nestlinge od. Ästlinge die noch gar nicht gegen Scheiben fliegen können. Aber auch gesunde fitte erwachsene... Scheibenanflüge spielen hier im Siedlungsbereich mit überwiegend EFH kaum eine Rolle.
Von Katzen erbeutete Vögel müssen keine stark sichtbaren Verletzungen haben. Die Bissverletzungen können recht filigran und trotzdem tödlich sein. Manchmal fehlen einige Federn, aber auch das muss nicht zwingend sein. Daran kann man mit Sicherheit nicht erkennen ob die Katze ein Anflugopfer od. einen selbst erjagten Vogel bringt.

Zitat:
Wenn ein Haus mit für Vögel nicht erkennbaren Fenstern in einem Garten steht, der eigentlich ein gut geeigneter Lebensraum ist, oder durch GJF viele Vögel anzieht, werden Ausfälle schnell ersetzt. Der Garten wird zur Vogelfalle und wenn die Scheibenopfer schnell verwertet werden, scheint alles in bester Ordnung zu sein. Katzen, die Vögel wegtragen ohne sie zu fressen, stören das schöne Bild.
Ich weiß nicht wo Du lebst, aber hier im Siedlungsgebiet haben mir die Leute in den letzten 20 Jahren vielleicht 5 Anflugopfer gebracht. Das spielt hier gar keine Rolle, alles EFH, die meisten Fenster zumindest mit Vorhängen, Rollos etc. Die letzten Jahre wo die Bestände so extrem abgenommen haben kam gar nichts mehr. Ich kann da ehrlich gesagt keinen Zusammenhang finden bis auf gelegentliche Zufälle wo eine Katze mal einen Vogel mit Anflugtrauma findet.

Zitat:
Und damit sind wir an dem Punkt, der mich an der Schuldzuweisung an Katzen und ihre Halter wirklich stört: indem der Blick sich auf die Katzen konzentriert, werden die Bedingungen, unter denen es Katzen überhaupt erst möglich wird, viele Vögel zu erbeuten, ausgeklammert... man kann sich empören oder Mitleid haben und braucht selber nichts zu ändern.
Den Katzen wird gar keine Schuld zugewiesen, verantwortungsvollen Katzenhaltern auch nicht (bitte das lesen, was da steht), wenig verantwortungsvollen Katzenhaltern schon. Es wurde differenziert diskutiert, die anderen großen Probleme für unsere Artenvielfalt auch angesprochen. Man kann in einem Thread nicht zig Themen vermischen. Für "Lebensraumzerstörung" müßte ein neues Thema aufgemacht werden. Es ist sowieso schon ganz schön OT geraten.

Es ist völlig unrealistisch davon auszugehen man könnte Prozesse wie Zersiedelung der Landschaft, Landverbrauch, intensive Landwirdschaft etc. mittelfristig rückgängig machen. Im Gegenteil werden sich die letzten Reste unserer heimischen Natur auf immer kleineren Flächen oder in besiedelten Gebieten zusammendrängen. Da ist es nicht förderlich wenn die Restbestände an heimischen Vögeln, Reptilien und Amphibien durch ein Übermaß an wildernden Katzen weiter dezimiert oder ausgelöscht werden.
Wenn man über dieses Thema schreibt muß man sich wohl in dem Moment darauf konzentrieren genau wie beim nächsten Thema auf etwas anderes ?!
Von Mitleid oder dass man nichts ändern muß steht in dem Absatz auch nix...
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Liebe Grüße

Thomas
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Alt 04.10.2017, 13:10   #75
Füchsin
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Wenn hier eine Katze (oder ein Fuchs) durch den Garten schleicht warnen die Vögel.... in der Brutzeit intensiver, im Rest des Jahres ziemlich unaufgeregt. Nur der Zaunkönig ist zu jeder Zeit hektisch am zetern.
Der Aufenthaltsort der Katze bleibt so nicht verborgen.
Da eine Katze normalerweise nicht plötzlich aus dem Nichts auftaucht, verhalten sich Vögel, die im Vollbesitz ihrer geistigen und körperlichen Fähigkeiten sind, angemessen vorsichtig, und der Jäger - auch der "behäbigstePerserkatzenflummi"- geht meistens leer aus.

Aber die Katzen sind da und haben feine Ohren....

Zitat:
Nival:
Vogel: *klatsch* gegen die Scheibe.
Katze: Oh, der Lieferservice fürs Essen hat geklopft - ich geh mal eben abholen.
Mensch: Nein, bei mir fliegen keine Vögel gegen die Scheiben, hier liegen nie tote oder verletzte.

Zitat:
Bullwinkel:
Bei anderen Bekannten haben die beiden Freigängerkatzen täglich bis zu 10 Vögel erbeutet und nach dem Totspielen alle an einer Stelle auf der Terrasse abgelegt. Das ging von Drosseln über Finkenvögel, im Sommer Laubsänger, Grasmücken, Goldhähnchen, Rotkehlchen.... Alle 2 Tage wurde dort saubergemacht. Das spielte sich zu allen Jahreszeiten so ab, Futterstellen waren keine in der Nähe. Man rechne das mal aufs Jahr hoch... Gewiss sind das besonders gute Vogeljäger und manch andere Katze würde vor Neid erblassen, Ausnahmen sind es aber auch nicht.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass Vögel in eurer Gegend blöder und unaufmerksamer sind als hier- also taucht die Frage auf, was da vorher los war.
Ein Schlag vor den Kopf kann (nicht nur) bei Vögeln die Aufmerksamkeit in lebensbedrohlicher Weise verringern...
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Die Füchsin
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Alt 04.10.2017, 13:19   #76
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http://vogelglas.vogelwarte.ch/
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Alt 04.10.2017, 21:27   #77
Walter
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Das ist wirklich ein interessantes Thema, darum möchte ich mal von meinen Erfahrungen berichten.

Mein Haus ist größtenteils von Sträuchern umgeben, das Risiko dass Vögel gegen die Scheiben fliegen ist damit relativ gering. Wenn es trotzdem passiert so sind es in der Regel Jungvögel ohne Flugerfahrung, ortsfremde Vögel die sich nicht auskennen oder unerwartete Ereignisse die zu Flugfehlern führen.

Hier mal meine Erlebnisse:
Ein doppelter Schlag gegen ein Fenster im Abstand von Sekundenbruchteilen. Ich sehe gerade noch wie eine Sperberfeder langsam zu Boden sinkt. Vor dem Fenster liegt ein toter Buchfink. Und das alles obwohl vor dem Fenster im Abstand von etwa 3 Metern Sträucher stehen. Die Vögel sind wohl schräg gegen die Scheibe geflogen, sonst hätte vermutlich auch der Sperber das nicht überlebt.

Besonders gefährdet scheinen junge Buntspechte zu sein, jedenfalls lag eines Tages ein junger Buntspecht tot vor der Terrassentür. Auch hier sind im Abstand von etwa 6 Metern zum Haus durchgehend Sträucher, allerdings gibt es hier einen Rosenbogen der den Durchgang zu einer Wiese bildet. Zum nahen Wald gibt es dann keine größeren Hindernisse mehr. Die Schwachstelle war hier der Rosenbogen wie folgendes Erlebnis zeigt: Ich stand mit einem Bekannten wenige Meter neben dem Rosenbogen als ein Buntspecht durch den Rosenbogen flog, uns sah und dann einfach geradeaus flog und natürlich voll gegen die Terrassentüre die dem Rosenbogen genau gegenüber liegt. Der Buntspecht lag bewußtlos am Boden, hat sich aber zum Glück sehr rasch erholt.

Nun war das Problem klar. Wenn die Buntspechte das Futterhäuschen anfliegen, fliegen sie nicht über die Hecke sondern durch den Rosenbogen. Sie müssen aber dann eine enge 90° Kurve fliegen sonst landen sie auf der Terrasse. Spechte sind flott unterwegs, sicher mit ca. 40 km/h, das sind etwa 10 Meter/Sekunde. Der Specht mußte also in Sekundenbruchteilen eine Alternativroute wählen, in diesem Fall die falsche.

Inzwischen bin ich der Meinung, dass der sicherste Schutz derjenige ist, bei dem die Vögel dagegen fliegen können ohne dass ihnen etwas passiert. Das wäre also z.B. die von Nival angewandte Methode mit dem Fliegengitter.

Ich habe es mit Polsterfolie versucht, aber das ist auch nicht ideal, denn sie nimmt ja vollständig die Sicht. Speziell wegen den Jungspechten lasse daher im Sommer die Terrassentür tagsüber offen. Und so war ich auch nicht überrascht als ich heuer einen jungen Buntspecht im Zimmer entdeckte (siehe Bild). Jetzt weiß ich ja wie das zustande kommt.

Ein Bekannter, von Beruf Bauingenieur, hatte auch ein erhebliches Problem mit dem Vogeltod an seinen Fenstern. Das Wort Fenster ist in diesem Fall allerdings etwas untertrieben. Anscheinend muss es auch bei Bauingenieuren wie bekanntlich bei Architekten die für sich selbst ein Haus bauen schon etwas besonderes sein. Das sind die sogenannten Architektenhäuser, ich würde so etwas nie kaufen. In diesem Fall besteht das Haus aus einer gemauerten Wand auf der Nordseite, die 3 übrigen Wände sind reine Glasfronten. Natürlich gab es zahlreiche Anflüge gegen die Scheiben und viele tote Vögel. Abhilfe schaffte er durch ein Windschutznetz, das er vor die gesamte Südseite des Hauses spannte. Das ist eine absolut sichere Sache und die Sicht wird gar nicht so extrem eingeschränkt. Die Ost- und Westseite des Hauses sind durch Sträucher und ein Kleingewächshaus abgeschirmt, also nicht das Problem.

Eine sehr gute Lösung ist bei mir eine Wildrose die direkt vor dem Wohnzimmerfenster wächst. Hier gab es noch nie Probleme. Im Sommer stört der Schatten nicht, die Sonne scheint ja sowieso nicht rein. Im Winter wenn das Laub weg ist, scheint die Sonne weitgehend ungehindert ins Zimmer. Viele Vögel turnen in den Zweigen umher, man kann sie schön beobachten. Die Wildrose wächst bis unter den Dachüberstand. Die Zweige sind sehr beliebte Schlafplätze und die Hagebutten sind natürlich ein gefragtes Futter im Winter. Das ist also die natürliche Variante und sicher schöner als ein Fliegengitter oder Windschutznetz.

Schöne Grüße
Walter
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Walter ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 05.10.2017, 13:37   #78
tamsung
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Hallo Walter,

danke für deinen interessanten, langen Bericht!

Die Wildrose klingt super, leider bei den Scheiben der Terrasse meines Elternhauses an der Ostsee keine Option, weil die Terrasse davor ist.
Allerdings haben wir auf einer Hälfte inzwischen eine Schiebefliegengittertür und in der Tat seit dem kaum noch Anflüge.
Hier in Berlin werde ich jetzt mit Mobiles aus Zweigen experimentieren, die ich an den Dachüberstand/Regenrinne hängen werde.
Es hatte jemand von Flatterbändern geschrieben, aber das stelle ich mir optisch nicht so schön vor.
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Viele Grüße, Inke
tamsung ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 07.10.2017, 02:31   #79
Bullwinkel
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Zitat:
Zitat von Füchsin Beitrag anzeigen
Wenn hier eine Katze (oder ein Fuchs) durch den Garten schleicht warnen die Vögel.... in der Brutzeit intensiver, im Rest des Jahres ziemlich unaufgeregt. Nur der Zaunkönig ist zu jeder Zeit hektisch am zetern.
Der Aufenthaltsort der Katze bleibt so nicht verborgen.
Da eine Katze normalerweise nicht plötzlich aus dem Nichts auftaucht, verhalten sich Vögel, die im Vollbesitz ihrer geistigen und körperlichen Fähigkeiten sind, angemessen vorsichtig, und der Jäger - auch der "behäbigstePerserkatzenflummi"- geht meistens leer aus.

Aber die Katzen sind da und haben feine Ohren....


Ich kann mir nicht vorstellen, dass Vögel in eurer Gegend blöder und unaufmerksamer sind als hier- also taucht die Frage auf, was da vorher los war.
Ein Schlag vor den Kopf kann (nicht nur) bei Vögeln die Aufmerksamkeit in lebensbedrohlicher Weise verringern...
Hallo Füchsin,

erstmal hatte ich auf die Hauptbeute Nestling, Ästling, unerfahrene Jungvögel hingewiesen. Die können noch nicht gegen Scheiben fliegen, sie müssen erstmal so lange leben bis sie es an einer Scheibe verlieren können...
Das ausgezeichnete Gehör von Katzen ist bekannt, fliegt ein Vogel an eine Scheibe hört das aber auch jeder Mensch laut und deutlich, leider fliegen sie ja meist ungebremst...
Um sich als Katze darauf einzustellen müsste das ziemlich regelmäßig auf relativ kleinem Areal passieren damit sie lernt, darauf zu reagieren, das ist sicherlich möglich, aber sehr speziell.

In meinem Beispiel ist hinter den Gärten ein Bahngelände mit verwilderten Brombeeren, und im Sommer mannshohen Stauden vieler Pflanzen. Da war viel an Vögeln unterwegs. Mittlerweile hat es aber auch bis auf wenige Arten und Individuen abgenommen.

Katzen sind perfekte Lauerjäger, tarnen sich bis zur Unkenntlichkeit und warten auf den optimalen Absprung. Es ist ihr Job, kleine und sehr flinke Beute zu erjagen. In den Siedlungen, wo es wenig Mäuse gibt sind das eben Vögel. Die brauchen dafür keinen Schlag auf den Kopf.

Es mag sein, dass Du dies nicht gern hörst weil es unpopulär ist, eine Diskussion sollte aber trotzdem sachlich und realistisch geführt werden, ansonsten drehen wir uns im Kreis. Die Annahme, dass viele von Katzen erlegte Vögel vorher irgendwo gegen geflogen sind, also sowieso gestorben wären, ist mehr als unrealistisch.
Es ist genauso wie Scheiben und Glasfassaden, illegale Vogeljagd in Europa, legale Vogeljagd in Afrika etc. ein Problem für die dezimierten Bestände unserer einheimischen Vögel.

Danke für den link zur Schweizer Vogelwarte, sehr interessant.

Mein Favorit für ein EFH sind immer noch die Spanngardinen: preiswert, super leicht anzubringen, wirken von aussen wie eine weisse Wand, von innen kann man gut rausgucken. Das ist der Mensch nicht auf dem Präsentierteller und die Vögel sind sicher. Es sieht vielleicht nicht super cool aus, die Frage ist aber ob wirklich alles super cool sein muß...
Etwas teurer, aber auch sehr wirkungsvoll finde ich die verstellbaren Rollos, die man auch nachträglich noch von innen anbringen kann. Sie schlucken allerdings auch auf der hellen Stufe schon einiges an Licht.
__________________
Liebe Grüße

Thomas
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Alt 14.10.2017, 13:02   #80
PeMü
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Beiträge: 167
Mal was zur Unterhaltung, einfach so:

http://www.celticgarden.de/2013/12/k...m-mittelalter/

oder

http://www.hexenbad.com/info-katze-mittelalter.htm

Grüße ...........
PeMü ist offline   Mit Zitat antworten
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