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Alt 09.07.2018, 21:30   #1
Magratea
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Spatzennest umgezogen-der Stress geht weiter

Hallo, Zusammen, eine Frage an die Fachleute hier:
Wir haben am Wochenende ein Spatzennest mit 5 Spätzchen (schon ziemlich befiedert und mit leicht gelben Schnäbeln) erfolgreich umgezogen, denn die hatten unglücklicherweise entschieden, in dem Dach zu brüten, das nun renoviert wird.
Also, Dachziegel hoch, Spatzennest raus, in ein hölzernes Vogelhaus umgezogen und dieses etwa 5 m weiter in die dicht belaubte Pflaume gehängt. Zwei der Kurzen wollten dem Umzugsstress schon durch Weglaufen entkommen, ließen sich aber wieder einpacken und blieben dann brav im neuen Nest (da ist natürlich ein großer Teil des bestehenden Nistmaterials mit umgezogen, so dass die unmittelbare Verpackung vertraut war, wenn auch ein wenig verrutscht). Die Mamma kam dann auch bald wieder, war zunächst verwirrt und skeptisch, folgte dann aber dem Gefiepe der Kleinen und füttert fleissig weiter .
So weit, so gut.
Nun ist aber durch die Dachrenovierung in unmittelbarer Umgebung den ganzen Tag Krach und Getöse und Spatzen sind ja große Schisser, die sich nicht rantrauen. Deshalb kam die Mutter (oder der Vater?) heute nur, wenn mal Ruhe war. Das Ganze geht auch noch ein paar Tage.
Deshalb meine Frage: Kann ich den Spatzen-Eltern was in die Nähe stellen, dass sie schnell an die Kleinen verfüttern können, damit die in der kurzen Fütterungszeit genug zu mampfen kriegen? Mehlwürmer? Lebende?
Vielen Dank für Tipps und Anregungen, ich fänd‘s großartig, wenn die tapferen kleinen Kerlchen flügge würden!
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Alt 09.07.2018, 21:36   #2
Elch
Mierenneuker
 
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Das Problem ist aber doch nicht das sammeln des Futters, sondern dass sich die Eltern nicht herantrauen. Ob dann das Bereitstellen des Futters hilft?

kann man villeicht mit den Bauleuten Pausen vereinbaren (die mit 'nem Kaffe ablenken oder so)?
__________________
der Elch
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Alt 09.07.2018, 22:00   #3
Magratea
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Hallo, Elch, vielen Dank für Dein Feedback.
Ja, das Problem ist der Krach und die Hektik, den kann ich aber (außer in der Kaffeepause) nicht abstellen. Wenn die Jungs nicht arbeiten, verlängert sich der Stress auch nur. Deshalb die Überlegung, ob ich nicht geeignetes und möglichst „hochwertiges“ Futter in die Nähe stellen kann, damit die Eltern in der kurzen Zeit der Pausen und abends genügend Kalorien ranschaffen können. Also, so‘ne Art Proteinriegel für kleine Spätzchen
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Alt 09.07.2018, 22:06   #4
Elch
Mierenneuker
 
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Ich würde es ausprobieren, ob es den Tieren hilft.... Da die Gefiederbildung ja schon gelaufen ist, werden ein paar Mehlwürmer sicherlich als Beifutter nicht schaden ( fütter die Mehlwürmer viellicht noch etwas auf... Möhre, Löwenzahn, Haferflocken....)
__________________
der Elch

Geändert von Elch (09.07.2018 um 22:09 Uhr)
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Alt 09.07.2018, 22:51   #5
Magratea
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danke, Elch.
ich werd‘s probieren und berichten, wie das Drama ausgeht!
schönen Abend!
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Alt 09.07.2018, 23:27   #6
Dodoma
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Hallo Magrratea,

der gelungene Umzug und die Akzeptanz ist schon ein Erfolg und durchaus nicht Alltag bei den Spatzen.

Ein Erklärungsversuch: Die Brut ist schon fortgeschritten und die 'Alten' sind fürsorglich in ihrem Verhalten.
Spatzen reagieren im allgemeinen empfindlich auf Störungen am Nistplatz.
@ elch's Einwand, nicht das Sammeln des Futters, sondern das sich nicht Herantrauen, ist m. E. richtig. 'Energieriegel' in der störungsfreien Zeit, können nicht wirklich weiterhelfen. Fütterung kann nicht komprimiert werden.
Wenn die Jungen satt sind, nehmen sie nicht mehr auf.
Proteinreiche Kost wird in der Nestlingszeit bevorzugt (lebende Mehlwürmer werden dankbar angenommen). Sperlinge nehmen aber schon mit 11 bis 13 Tagen auch Sämereien.
Spatzen sind vorsichtig, Alltagsgeräusche gegenüber (auch Krach) ziemlich unempfindlich. Sie mögen es nicht, wenn ihr Nistplatz aus der Nähe von uns fixiert wird.
An meinem Haus sind mehrere Paare, Renovierungen würde ich ab Aug./Sept. vornehmen.

Gruß und viel Erfolg
Martin

(am Ausgang der Geschichte interessiert)
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Alt 10.07.2018, 00:18   #7
Bullwinkel
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Beiträge: 102
Hallo Magratea,

grundsätzlich darf man in der Brutzeit an Nester überhaupt nicht herangehen, sondern muß den Ausflug der Jungvögel abwarten.
In fast allen Fällen wo ein Nest in dieser Form umgesetzt wird geht das schief und die Brut wird sofort aufgegeben. Es ist also schon mal Riesenglück wenn die Eltern noch weiter füttern. Das kann aber auch schnell zuende sein und man hat dann 5 Pflegevögel zu versorgen was nicht einfach ist. Wichtig ist auch, dass beide Eltern regelmäßig füttern, ansonsten sieht das bei 5 Jungvögeln ganz schlecht aus. Wenn sie unterversorgt sind bekommen sie Entwicklungsstörungen und sterben nach und nach.
Wenn eine Futterstelle vorhanden ist, die sie kennen und regelmäßig aufsuchen, macht es Sinn, dort lebende Mehlwürmer und gut in Wasser gequollenes Getreide (Hafer, Weizen) anzubieten, dann finden die Eltern in störungsfreien Zeiten schneller gehaltvolles Futter für die Jungtiere.
Selbstverständlich muß auch der Nistplatz der Spatzen nach der Renovierung wiederhergestellt werden, d. h. der Einflug und Nistraum muß weiterhin zugänglich sein. Wenn das unmöglich ist muß Ersatz in Form von künstlichen Nisthilfen (am besten Spatzenmehrfachkasten) geschaffen werden. Beratung dazu gibt es hier im Forum. Sperlinge sind bereits um ca. 80 % zurückgegangenm u. a. weil ohne Ende Nistplätze wegsaniert werden.
Ich kenne auch die Sachzwänge und Terminnöte bei Bauvorhaben, trotzdem sollte man auf die Brutzeit der am Haus brütenden Vögel Rücksicht nehmen, das ist auch gesetzlich so vorgeschrieben mit gutem Grund.
Ich hoffe, das ganze nimmt ein gutes Ende. Wir stehen natürlich bei weiteren Fragen gerne zur Verfügung.
__________________
Liebe Grüße

Thomas
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Alt 12.07.2018, 22:26   #8
Magratea
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Nu sind sie weg!😢
Heute morgen, als ich das Haus verließ, war noch Gebettel und Geschrei und mindestens ein Elter flitzte hin und her, als ich nachmittag wiederkam, waren die Handwerker schwer (und laut) zugange und als die endlich weg waren....war Grabesstille.
Ich habe den Baum eine laaaange Weile beobachten, die Meisen hüpften schon längst herum, aber weit und breit kein Spatz und kein Mucks aus dem Kasten.
Schließlich bin ich hochgestiegen und hab den Kasten aufgemacht: kein Spatz. Aber auch sonst nichts, das Nest war ungestört, schön glattgekuschelt, nirgends Überreste, Blut, Kampfspuren...
Ich kann es den Spatzen nicht verdenken, wenn sie ausgezogen sind, allerdings erschienen sie mir dafür noch zu klein. Andererseits, Katze, Marder, Elster hatten heute morgen nicht viel Zeit, um 5 Junge wegzuschaffen (ohne Spuren), die Handwerker kamen bald nach mir und bei dem Krach ist bestimmt keine Katze in den Baum gestiegen.
Bislang habe ich jedoch keine Spatzenfamilie hier herumwuseln sehen, ich werde weiter die Augen offenhalten und das Beste hoffen.

Vielen Dank nochmal für Eure Tipps!
Thomas, ich werde selbstverständlich NICHT ein Loch in die neue Dämmung bohren, damit die nächsten Spatzen wieder einziehen können. Die können sich einen der anderen 12zig Kästen aussuchen, die sobiso jedes Jahr von den Spatzen okkupiert werden, ohne dass sie darin brüten würden (und Meisen, Rotschwanz, Rotkehlchen und selbst der Star gehen leer aus!).
Der Spatz hat als Kulturfolger gelernt, unter Dachzieglen zu brüten, nachdem er seinen „natürlichen“ Lebensraum verlassen hat und in die Stadt gezogen ist. Wenn nun die Menschen ihre Dächer dämmen, wird er sich etwas anderes einfallen lassen.
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Alt 12.07.2018, 23:19   #9
Dodoma
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Beiträge: 706
Hallo Magratea,

ist wirklich eine seltsame Geschichte! Schade das bei der Aufregung Umsiedlung vergessen wurde einen Schnappschuss von den Kleinen zu machen.
Vielleicht haben sie die Phase Nestling zum Ästling erwischt und waren eh bald so weit um ihr angestammtes Nest zu verlassen.

Elstern sind vor den Handwerkern auf der Baustelle in dieser Jahreszeit, dass sie aber ihren Kopf durch das Einflugloch zwängen ist unwahrscheinlich.

Zitat:
Der Spatz hat als Kulturfolger gelernt, unter Dachzieglen zu brüten, nachdem er seinen „natürlichen“ Lebensraum verlassen hat und in die Stadt gezogen ist. Wenn nun die Menschen ihre Dächer dämmen, wird er sich etwas anderes einfallen lassen.
Magratea, da haben wir Sorge, dass er so schnell umswitchen kann!

Der Sperling ist immer noch der häufigst gemeldete Vogel an den Futterhäusern. Seine Bestände (z.B. München!) aber rückläufig.
Wir sollen uns bemühen das er nicht auf die rote Liste gesetzt wird, so wie der Star.

Du hast Engagement gezeigt, was glaubst Du wie viele Nester (nicht nur vom Sperling) bei Dachsanierungen verschwinden ohne viel Federlesens.

Gruß Martin
Dodoma ist offline   Mit Zitat antworten
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