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Alt 01.07.2003, 17:08   #1
Rosita
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Pbfd

Federverlustsyndrom, PBFD-Virus-Infektion,
Psittacine beak and feather disease (PBFD)

Diese Erkrankung wurde 1984 erstmals in Australien beschrieben. Die häufig bei Kakadus (auch im Freiland) vorkommende Erkrankung ist heute bei sehr vielen Psittaziden bekannt. Die erste Publikation über den Erreger, ein Circovirus, stammt aus dem Jahre 1991.

Die PBFD tritt am häufigsten bei 2 - 3jährigen Vögeln auf. Vögel, die in den ersten beiden Lebensjahren keinen Kontakt mit dem Virus hatten, scheinen daran nicht mehr zu erkranken.

Bei dem Krankheitsbild unterscheidet man zwischen der akuten Form, welche bevorzugt bei Jungtieren kurz vor dem Ausfliegen beobachtet wird und sich in Abgeschlagenheit, aufgeplustertem Gefieder und Freßunlust äußert, und der chronischen Form. Diese äußert sich durch abnormales Federwachstum, welches alle Federn, auch die Kopffedern, betrifft. Als typisch werden die sanduhrförmigen Einziehungen im Bereich neugebildeter Federn beschrieben. An dieser Stelle kommt es in weiterer Folge häufig zum Abbrechen der Federn. Gelegentlich können deformierte Federn sowie Blutungen in den Federschäften beobachtet werden. Als weiteres Symptom kommt es in manchen Fällen zu Veränderungen der Schnabelscheide. Hier können vermehrtes Längenwachstum sowie Gelb- und Graufärbung beobachtet werden. Mit Fortdauer der Erkrankung wird das Schnabelhorn zunehmend brüchiger, wodurch es zur Ausbildung von Rissen und teilweise zum Abbrechen des Schnabels kommen kann. Bei manchen Vögeln können auch Krallenveränderungen auftreten. Das Immunsystem wird durch das Virus geschwächt, und es kann zu Sekundärinfektionen kommen.

Eine kausale (die Ursache bekämpfende) Behandlung erkrankter Tiere ist nicht bekannt. Durch Verabreichung von Vitaminen und Immunstimulantien sowie mit optimaler Fütterung kann aber der Allgemeinzustand und das Federwachstum unterstützt werden. Auf der Grundlage der Erkenntnis, daß sich Vögel hauptsächlich in den ersten beiden Lebensjahren infizieren, ist das Separieren der Jungtiere vom übrigen Bestand in dieser Zeit ein wichtiger Bestandteil der Sanierung eines verseuchten Bestandes.

Die Krankheit kann bei entsprechendem Verdacht am lebenden Vogel durch die Untersuchung von Federproben auf das Vorhandensein der erregertypischen Virus-DNS festgestellt werden. Durch Untersuchung der Neuzugänge während der Quarantäne kann man sich gegen eine Einschleppung der PBFD schützen.

Quelle

Dr Cyrill Sauer
www.Vogeltierarzt.de
__________________
Lieben Gruß
Rosita

In stillen Gedenken an
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Marcel Achard
Man braucht nicht geistreich zu sein, um zu beweisen, daß man begabt ist. Aber man braucht viel Geist, um zu verbergen, daß man keine Begabung hat.

Geändert von Rosita (11.07.2003 um 17:20 Uhr)
Rosita ist offline  
Alt 01.07.2003, 20:44   #2
IngeE
Moderator
 
Registriert seit: 06.2003
Beiträge: 1.575
Hallo Rosita,

hallo @ all,

die Psittacine Beak and Feather Desease ist sicherlich- leider- weit mehr verbreitet, als gedacht.

Wichtig, sehr wichtig ist, der Vogel DARF keinen Stress haben.

Mal von Anfang an.
Es ist eine Viruskrankheit.
Der Nachweis des Virus wird mittels DNA-Analyse erbracht.
Die Krankheit ist hoch ansteckend besonders bei Jungtieren.
ABER, die gute Nachricht, die Tiere können das Virus auch abschütteln, zumindest solange keine dramatischen Federveränderungen zu sehen sind.

Das ALLERWICHTIGSTE ist nun bei positiven Vögeln, Unterstützung des Immunsystems durch z.B. hohe Vit. A-Gaben, bzw. Komplexe, keinerlei Stress, und -bitte nicht lachen- VIEL LIEBE UND ZUWENDUNG.

Wer positive und gesunde Vögel hat, auch Jungtiere, bitte beachten, dass Desinfektion lebenserhaltend ist, immer auf Trennung und entspr. Desinf. achten!!!!!!

So, wie der Stand der Erkenntnis derzeit ist, haben Papageien
sehr unterschiedliche Affinitäten zur PBFD.

Es heisst, Edels, einmal positiv, schaffen es nicht, Greys, sehr schwierig, Amazonen, wenn sie denn optimal(mit Liebe) gehalten werden, können gesund werden, Aras auch, dauert nur .

Das Thema ist sehr interessant und ich freue mich, wenn jemand neue Erkenntnisse dazu beisteuern kann.

Liebe Grüsse

Inge
IngeE ist offline  
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