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Alt 12.08.2012, 10:28   #1
Elke67
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Frage zu Tod von junger Amsel

Hallo,
ich habe gestern nachmittag bei uns im Garten eine junge Amsel gefunden, die hilflos am Boden lag und sich bewegte (zucken und "strampeln"). Sie lag nah am Zaun und bei dem großen, dichten Baum, wo wohl das Nest war und war der Größe nach eventl. noch ein Ästling.

Es war ein richtiges Drama für mich, weil die Mama die Jungen von meinem Balkon aus gefüttert hat - auch die erste Brut - und ich alles versuche, um sie irgendwie zu schützen. Ich verjage Katzen und den Sperber, sobald ich sie sehe, meist ist man natürlich hilflos

Problem war nun, dass das Köpfchen ganz locker "hing", alles andere konnte sie noch bewegen. Eine Krankeit schließe ich aus, die Augen waren weit geöffnet und klar und das Gefieder perfekt. Ich konnte auch nirgends äußerliche Verletzungen entdecken.

Der Schnabel ging in Abständen auf und zu, er hat aber keine Laute von sich gegeben.

Frage 1: Kann es sein, dass so ein Vogel aus dem Baum fällt, sich das Genick bricht (eventl. am Ast oder Zaunpfahl aufgeschlagen?) und trotzdem überlebt?

Jedenfalls war dann ziemlich schnell klar, dass wohl nichts zu retten war und ich habe ihn dann in einen Karton gelegt und bin zum Tierarzt, damit der eventl. das Leiden beenden kann. Samstag nachmittag natürlich kein Tierarzt in der Nähe geöffnet oder erreichbar. Wieder nach Hause und hab ihn dann in der Hand gehalten und versucht, mit einer Spritze ein paar Tröpfchen Wasser einzuflößen. Er war ruhig, dann zuckte er wieder (wohl Fluchtversuche), aber das Köpfchen hatte einfach keinen Halt. Ganz traurig.

Meine 2. Frage ist: Wie kann man in so einem Fall das Ganze "verkürzen"?
Ich hätte es nicht geschafft, mit irgendetwas draufzuhauen. Kann man leicht die Brust eindrücken, um ihm die Luft zu nehmen?

Nachdem ich ihn gefunden hatte, hat er noch über eine Stunde gelebt und ich habe wahrscheinlich genauso gelitten wie das kleine Kerlchen. Ich war froh, als es vorbei war - er ist ja dann von allein gestorben - und hab ihn unter dem Baum beerdigt.

Danke im Voraus für eventuelle Antworten oder Beiträge.
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Alt 12.08.2012, 11:03   #2
Pandion
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Zitat:
Zitat von Elke67 Beitrag anzeigen
Meine 2. Frage ist: Wie kann man in so einem Fall das Ganze "verkürzen"?
Ich hätte es nicht geschafft, mit irgendetwas draufzuhauen. Kann man leicht die Brust eindrücken, um ihm die Luft zu nehmen?
Also ehrlich mal, einmal richtig drauf hauen, wie Du ja sagst, könntest Du nicht. Aber den armen, ohnehin schon leidenden Vogel, die Brust, wohlgemerkt leicht eindrücken, und ihn so noch mehr quälen, das könnteste ja? Sagt mal, muß man das alles ernst nehmen und och noch verstehen?



Liebe Grüße von Silke
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Alt 12.08.2012, 11:16   #3
Elke67
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Sorry, dass ich dachte, man könne eine ernstgemeinte Frage stellen, ohne angegriffen zu werden.
Vor kurzem hatte ich mal eine Tierärztin gefragt, wie man einen Vogel am besten anpackt und die hatte mir gesagt, dass man keinesfalls vorne um den Brustkorb fassen sollte, weil sie dann keine Luft mehr bekommen (fehlendes Zwerchfell?), deshalb dachte ich, dass das eine schnelle Methode sein könnte. Das war der Grund der Frage.
Ich hab gestern genug gelitten und brauche wirklich keine unnötigen Kommentare.
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Alt 12.08.2012, 11:20   #4
Pandion
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Wieso unnötige Kommentare, wenn jemand ernsthaft fragt, ob man denn einen Vogel mal ebenso ersticken könnte. Das ist für mich eindeutig Tierquälerei!



Liebe Grüße von Silke
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Alt 12.08.2012, 11:56   #5
Calendula
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Hallo Elke
Der Vogel hatte sicher keine Kraft mehr, das Köpfchen zu heben oder koordiniert zu bewegen. Ich kenne das auch von sterbenden und toten Vögeln, dass der Kopf haltlos "baumelt". Genickbruch kann auch zutreffen, der muss nicht sofort tötlich sein, Menschen mit Genickbruch können z. B. nach Behandlung überleben.

Den Sterbeprozess beschleunigen, also ein Wirbeltier töten darf nur, wer dazu eine Ausbildung hat, z. B. Tierärzte, Schlachter, manche Jäger. Für Menschen ohne diese Ausbildung ist es strafbar, da das Töten "sachgerecht" erfolgen muss, d. h. so, dass dadurch nicht noch mehr Schmerz und Leid entsteht.

Ich denke inzwischen, dass man solche sterbenden Tiere einfach in der Natur sterben lassen sollte, wenn nötig an einen geschützteren Ort legen, sich in die Nähe setzen, um verhindern zu können, dass z. B. Kinder, Krähen oder Katzen sich des noch lebenden Tieres annehmen. Auch das Aufnehmen ins Haus oder Halten in der Hand bedeutet für so ein Tier großen Stress, er kennt das alles ja nicht als Wildtier.
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Gruß, astrid
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Alt 12.08.2012, 14:57   #6
Coknyu
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Hallo Elke ,

klick hier
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Grüße Conny
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Alt 12.08.2012, 15:58   #7
Elke67
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Silke, ich dachte, ich hätte es ausreichend erklärt mit dem, was die Tierärztin mir sagte.
Es könnte ja durchaus sein, dass diese Methode innerhalb von Sekunden zum Tod führt. Das weiß ich eben nicht und deshalb habe ich die Frage gestellt. An die Wand werfen oder ertränken oder ähnliches wäre für mich jedenfalls keine Alternative.
Ich habe auch schon Tiere mit Absicht überfahren, die von einem anderen angefahren und liegengelassen wurden. Würdest Du einen Hasen, bei dem der hintere Körper platt ist und nur die obere Hälfte noch lebendig ist und der ganz verzweifelt guckt, einfach liegenlassen?? Ich hab sowas gesehen und das ist fast 20 jahre her, ich hab diese Bilder heute noch nicht aus dem Kopf und bin immer noch froh, dass ich das Leiden beendet habe.
Diese "Sterbehilfe" hast sicherlich nichts mit Tierquälerei zu tun.
Ich habe auch bereits mehrere krank oder verletzt aufgefundene Tiere zum Tierarzt gebracht, aber gestern war da ja nun leider nichts zu machen.

Astrid, danke für Deine Antwort. Ich habe auch vermutet, dass es sein kann, dass er einen Genickbruch überlebt hat - eben weil es auch bei Menschen vorkommt - war mir aber nicht sicher.
Als ich das kleine Amselchen in meiner Hand hatte, schien es eigentlich immer etwas ruhiger zu werden. Keine Anzeichen von Panik. Ich habe ganz ruhig zu ihm gesprochen und ihm das Köpfchen gehalten.

Conny, der Link zu dem Thread hat mir leider nicht wirklich weitergeholfen und wenn ich was lese von Vögel an die Wand werfen und so....brrr..

Jedenfalls hat der heutige Tag auch nicht gut begonnen, weil der Sperber sich heute morgen schon in Nachbars´Garten bedient hat. Ich sah ihn nur noch aus dem "Spatzenbusch" kommen und den kleinen Vogel in seinen Krallen. Auf meinem Balkon muss er auch gewesen sein - habe eben einen ziemlich großen und guten Abdruck auf meiner Balkontür gefunden, als ich nach Hause kam...zum 2.Mal diese Woche.
Ich habe als Fluchtmöglichkeit alles etwas auseinandergestellt und mehrere Bäume vor dem Vogelhaus und Futtertisch, aber wenn die Spatzen ihren "Großangriff" starten (dann kommen schon mal gut 30 von ihnen auf einmal zum essen), hat er hier auch leichte Beute

Kein gutes Wochenende für die Vogelwelt - und auch nicht für mich. Natur hin oder her, ich trauere um jedes tote Vögelchen.
Elke67 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.08.2012, 18:25   #8
Coknyu
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Zitat:
Zitat von Elke67 Beitrag anzeigen
machen.



Conny, der Link zu dem Thread hat mir leider nicht wirklich weitergeholfen und wenn ich was lese von Vögel an die Wand werfen und so....brrr..
Ich finde ihn sehr aussagekräftig , lesen bis zum Ende sollte man allerdings schon .

Die Beiträge von Elch z. Bsp . , finde ich pers. sehr gut , besonders den letzten .

Und Vögel an die Wand werfen waren Bsp. wie es bei Bauern oder so gehandhabt wird , nein das meinte ich nat. nicht !
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Alt 12.08.2012, 18:47   #9
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Zitat:
Zitat von Calendula Beitrag anzeigen

Den Sterbeprozess beschleunigen, also ein Wirbeltier töten darf nur, wer dazu eine Ausbildung hat, z. B. Tierärzte, Schlachter, manche Jäger. Für Menschen ohne diese Ausbildung ist es strafbar, da das Töten "sachgerecht" erfolgen muss, d. h. so, dass dadurch nicht noch mehr Schmerz und Leid entsteht.
Das ist mit Sicherheit so nicht richtig.

Das Tierschutzgesetz sagt in §4

(1) Ein Wirbeltier darf nur unter Betäubung oder sonst, soweit nach den gegebenen Umständen zumutbar, nur unter Vermeidung von Schmerzen getötet werden. Ist die Tötung eines Wirbeltieres ohne Betäubung im Rahmen weidgerechter Ausübung der Jagd oder auf Grund anderer Rechtsvorschriften zulässig oder erfolgt sie im Rahmen zulässiger Schädlingsbekämpfungsmaßnahmen, so darf die Tötung nur vorgenommen werden, wenn hierbei nicht mehr als unvermeidbare Schmerzen entstehen. Ein Wirbeltier töten darf nur, wer die dazu notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten hat.

" Kenntnisse und Fähigkeiten" würde ich nicht gleichsetzen mit "Ausbildung".
Im Falle eines aussichtslos verletzten Tieres fügt man doch (wenn das Töten fähig und kenntnisreich ausgeführt wird) nicht Schmerz zu, sondern beendet den gequälten, schmerzhaften Zustand?

Die Sachkunde wird in Verbindung mit Beruf und Gewerbe und bei regelmäßiger Ausführung gefordert.

(1a) Personen, die berufs- oder gewerbsmäßig regelmäßig Wirbeltiere betäuben oder töten, haben gegenüber der zuständigen Behörde einen Sachkundenachweis zu erbringen. Wird im Rahmen einer Tätigkeit nach Satz 1 Geflügel in Anwesenheit einer Aufsichtsperson betäubt oder getötet, so hat außer der Person, die die Tiere betäubt oder tötet, auch die Aufsichtsperson den Sachkundenachweis zu erbringen. Werden im Rahmen einer Tätigkeit nach Satz 1 Fische in Anwesenheit einer Aufsichtsperson betäubt oder getötet, so genügt es, wenn diese den Sachkundenachweis erbringt.

Gibt es dazu noch Gesetze die ich nicht kenne?
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der Elch
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Alt 12.08.2012, 19:34   #10
Elch
Gurubuster
 
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An Elke67

In deiner Situation war es absolut in Ordnung, nichts zu tun. Wenn man unsicher ist und die Gefahr besteht, dass man ein sterbendes Tier noch mehr quält, dann lieber den Prozess abwarten.

Selbst den Gang zum Tierarzt, der in den meisten Fällen mit "Erlösen" beschrieben wird, sehe ich ein wenig skeptisch. Das todkranke Wesen wird herumgeschuckelt, hat Schmerzen, muß warten. Dann Herausnehmen, Betäubungsspritze, die finale Spritze.....u.U. Stress pur (ich denke es mir so, da ich noch nie eingeschläfert wurde kann meine Meinung auch grundfalsch sein!)

Ist es nicht oft so, dass wir es nicht aushalten können, uns hineinversetzen, unds unwohl fühlen, weil wir nichts "machen" können?
Bitte versteh das nicht als Angriff auf dich oder dein Verhalten! Ich habe es in Bezug auf eine alte Katze erlebt, der Transportkorb für den Gang zur "Erlösung" stand schon bereit und ich habe gezaudert und gezögert.
Da stand das alte Mädchen wankend auf, ging zum Freßnapf als wolle sie noch einmal essen, der Kopf sank herab und.......Nulllinie. Wäre es gut gewesen, früher ein Ende zu machen? Nein, denn sie starb wo sie gelebt hatte.

Meiner Meinung nach ist es durchaus legitim, nicht mit irgendwelchen angelesenen oder mal gehörten Methoden helfen zu wollen.

Wenn keine andere "Hilfe" möglich ist, dann ein ruhiger Ort, keine Maßnahmen irgendeiner Art mehr und den Dingen ihren Lauf lassen.
__________________
der Elch
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