Rebhuhn-Monitoring zeigt, wo der Feldvogel noch Chancen hat

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Rebhuhn-Monitoring zeigt, wo der Feldvogel noch Chancen hat

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Das Rebhuhn ist 2026 Vogel des Jahres – und damit steht in diesem Jahr besonders eine Art im Mittelpunkt, deren Situation eng mit dem Zustand unserer Agrarlandschaft verbunden ist. Anfang September hat der Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA) neue Ergebnisse des bundesweiten Rebhuhn-Monitorings veröffentlicht. Die Daten zeigen nicht nur, wo Rebhühner noch vorkommen, sondern liefern auch wichtige Hinweise darauf, unter welchen Bedingungen sich die Bestände halten können. DDA

Für das Monitoring wurden in den Jahren 2024 und 2025 zahlreiche Flächen von Ehrenamtlichen erfasst. Gerade beim Rebhuhn ist eine solche systematische Suche wichtig, weil die Art längst nicht mehr gleichmäßig über Deutschland verteilt ist. Einzelne Beobachtungen können leicht den Eindruck erwecken, eine Population sei noch stabil, obwohl sie in der Fläche bereits stark zurückgegangen ist.

Interessant ist deshalb der Blick auf die Landschaft rund um die Vögel. Rebhühner benötigen keine besonders spektakulären Lebensräume. Entscheidend sind vielmehr kleinteilige Strukturen: ausreichend Deckung, Feldraine, Brachen, Hecken und andere Bereiche, in denen die Tiere Nahrung finden und gleichzeitig Schutz vor Witterung und Fressfeinden haben. Besonders kritisch ist die Situation während der Jungenaufzucht. Die Küken sind zunächst auf tierische Nahrung angewiesen, weshalb ein ausreichendes Angebot an Insekten in der Vegetation eine zentrale Rolle spielt.

Genau hier zeigt sich das Problem vieler moderner Agrarlandschaften. Große, einheitlich bewirtschaftete Flächen können für die Landwirtschaft effizient sein, bieten aber vergleichsweise wenig unterschiedliche Strukturen. Werden zusätzlich Feldraine beseitigt, Brachen reduziert oder die Vegetation sehr intensiv bewirtschaftet, verschwinden nach und nach jene kleinen Rückzugsräume, die für das Rebhuhn besonders wertvoll sind. Dass Schutzmaßnahmen dennoch Wirkung zeigen können, lässt sich an einzelnen Projektgebieten beobachten. Beim Projekt „Rebhuhn retten – Vielfalt fördern“ werden unter anderem Flächen gezielt aufgewertet und so gestaltet, dass sie Brut und Jungenaufzucht unterstützen. Das Monitoring dient dabei nicht nur dazu, Veränderungen festzustellen. Es ermöglicht auch, die Wirkung solcher Maßnahmen über mehrere Jahre zu verfolgen.

Dabei ist eine Besonderheit des Rebhuhns hilfreich: Die Tiere leben relativ bodennah und reagieren unmittelbar auf Veränderungen ihrer Umgebung. Wo ausreichend Deckung und Nahrung vorhanden sind, können sich geeignete Reviere bilden. Fehlen diese Strukturen dagegen großflächig, reicht selbst eine grundsätzlich geeignete Landschaft nicht mehr aus.

Das macht das Rebhuhn zu einem interessanten Gradmesser für die Qualität unserer Agrarlandschaft. Sein Schutz kommt zudem nicht nur dieser einen Art zugute. Strukturen wie blütenreiche Säume, Brachen und ungespritzte Randbereiche verbessern gleichzeitig die Lebensbedingungen für zahlreiche andere Feldvögel und für Insekten. Das aktuelle Monitoring ist deshalb mehr als eine Bestandsaufnahme des Vogeljahres 2026. Es zeigt, wie wichtig es ist, Veränderungen in der Landschaft über längere Zeit zu verfolgen. Erst wenn bekannt ist, wo Rebhühner verschwinden, wo sie sich halten und welche Maßnahmen erfolgreich sind, lässt sich der Schutz gezielt auf die Gebiete konzentrieren, in denen er den größten Unterschied machen kann.

Rebhuhn retten – Vielfalt fördern: Monitoringergebnisse
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