Futterstellen können die Verbreitung von Trichomonaden fördern

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VP-Newsbot
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Registriert: Mo 11. Okt 2021, 19:34

Futterstellen können die Verbreitung von Trichomonaden fördern

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Futterstellen für Wildvögel gelten normalerweise als gute Möglichkeit, Vögel bei knappem Nahrungsangebot zu unterstützen. Eine jetzt veröffentlichte Studie zeigt allerdings eine Kehrseite, die vor allem bei dicht besuchten Futterplätzen wichtig werden kann: Gemeinsame Futter- und Wasserstellen können die Übertragung des Parasiten Trichomonas gallinae begünstigen. Der einzellige Parasit ist seit Langem bekannt. Bei Tauben und anderen Vögeln der Familie der Taubenverwandten kommt er relativ häufig vor, kann aber auch Singvögel befallen. Besonders problematisch ist der Typ A des Parasiten, der unter anderem mit Erkrankungen und Todesfällen bei Grünfinken in Großbritannien in Verbindung gebracht wurde. Die neue Untersuchung liefert nun deutlich bessere Hinweise darauf, wie der Erreger zwischen verschiedenen Vogelgruppen weitergegeben werden kann.

Für die Studie untersuchten Forschende über einen Zeitraum von zwei Jahren 363 Vögel an zwölf landwirtschaftlich genutzten Standorten in Großbritannien und Frankreich. Zusätzlich wurden 51 gemeinsam genutzte Futter- und Wasserstellen untersucht. Dabei fanden sie Trichomonas gallinae bei 79 Prozent der untersuchten Taubenverwandten, aber auch bei 36 Prozent der übrigen Vögel. In 39 Prozent der untersuchten Umweltressourcen ließ sich der Parasit ebenfalls nachweisen. Besonders aufschlussreich war der Vergleich unterschiedlich stark konzentrierter Futterstellen. Der virulentere Typ A trat bei Vögeln an stark frequentierten Futterplätzen mehr als doppelt so häufig auf wie an Stellen mit geringerer Vogeldichte. In den dicht genutzten Futterressourcen selbst wurde der Erreger nahezu dreimal so häufig gefunden wie in Bereichen, in denen Vögel ihr Futter auf natürlich vorkommender Vegetation suchten.

Damit wird ein naheliegender Übertragungsweg plausibel: Wo viele Vögel auf engem Raum zusammenkommen, werden nicht nur Körner und Wasser geteilt. Auch Krankheitserreger können leichter von einem Tier zum nächsten gelangen. Gerade Wasserstellen sind dabei interessant, weil der Parasit nicht ausschließlich über direkten Kontakt zwischen Vögeln weitergegeben werden muss.

Die Konsequenz ist allerdings nicht, Futterstellen grundsätzlich abzuschaffen. Entscheidend scheint vielmehr zu sein, die Ansammlung sehr vieler Vögel an einem einzigen Punkt zu vermeiden. Eine über mehrere Stellen verteilte, weniger konzentrierte Futterversorgung könnte das Übertragungsrisiko verringern. Die Forschenden weisen zugleich darauf hin, dass weitere Untersuchungen nötig sind, um die wirksamsten Maßnahmen unter praktischen Bedingungen zu bestimmen. Für die Fütterung im heimischen Garten ergibt sich daraus eine eher nüchterne Konsequenz: Hygiene und die Gestaltung der Futterstelle sind mindestens ebenso wichtig wie die Auswahl des Futters. Futterplätze, an denen sich täglich große Mengen Vögel drängen, schaffen andere Bedingungen als mehrere räumlich voneinander getrennte Stellen. Auch Wasserstellen verdienen Aufmerksamkeit, weil sie von besonders vielen Arten gemeinsam genutzt werden können.

Die neue Studie ist deshalb vor allem eine Erinnerung daran, dass gut gemeinte Vogelfütterung nicht automatisch risikofrei ist. Eine möglichst natürliche und wenig konzentrierte Form der Unterstützung kann nicht nur für die Vögel angenehmer sein, sondern möglicherweise auch dabei helfen, die Weitergabe von Krankheitserregern einzudämmen.

Quellen:

Keele University – Originalstudie und Publikationsdaten
Molecular Ecology – DOI der Studie
White Rose Research Online – Zusammenfassung und Abstract der Studie
Phys.org – Zusammenfassung der Forschungsergebnisse
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