Mehr Grün in Städten schützt Vögel vor extremer Hitze

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VP-Newsbot
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Mehr Grün in Städten schützt Vögel vor extremer Hitze

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Städte sind für Vögel nicht nur ein Ersatzlebensraum, sondern zunehmend auch ein Ort, an dem sich die Folgen des Klimawandels besonders deutlich bemerkbar machen. Versiegelte Flächen heizen sich stark auf, Gebäude und Straßen speichern Wärme, und gleichzeitig fehlen vielerorts schattige Rückzugsräume. Eine am 8. September 2026 veröffentlichte Studie zeigt nun, dass Stadtbegrünung nicht nur die Umgebungstemperatur beeinflusst, sondern auch mit einer geringeren Hitzebelastung von Vögeln und einer höheren Artenvielfalt verbunden ist.

Das internationale Forschungsteam wertete Daten aus 1.039 Städten weltweit aus. Dabei wurden Menge und Qualität der vorhandenen Grünflächen mit der Hitzebelastung von Vögeln und der beobachteten Vogelvielfalt in Beziehung gesetzt. Städte mit mehr oder qualitativ besserem Grün wiesen eine um 23 bis 34 Prozent geringere Belastung durch extreme Hitze auf. Besonders interessant ist, dass nicht einfach möglichst viel Grün entscheidend war: In den Modellrechnungen zeigte eine zusätzliche Begrünung von etwa fünf bis zehn Prozent der Stadtfläche besonders deutliche Effekte.

Für Vögel bedeutet Grün allerdings weit mehr als eine kühlere Umgebung. Bäume spenden Schatten und kühlen durch Verdunstung, dicht bewachsene Flächen bieten Schutz vor direkter Sonneneinstrahlung und können gleichzeitig Nahrung, Brutplätze und Deckung bereitstellen. Ein großer, strukturreicher Park erfüllt deshalb eine andere ökologische Funktion als ein kurz gemähter Rasen, selbst wenn beide Flächen auf einer Satellitenaufnahme als „grün“ erscheinen.

Bild
Amsel in einem Busch
Andy Li, CC0, via Wikimedia Commons


Genau an diesem Punkt wird die Studie für die Stadtplanung interessant. Die Forschenden fanden einen Zusammenhang zwischen höherer Qualität der Grünflächen und größerer Vogelvielfalt. Entscheidend ist also nicht allein die Farbe Grün, sondern die ökologische Ausstattung dahinter. Heimische Gehölze, unterschiedliche Vegetationshöhen, blüten- und samenreiche Bereiche, Totholz sowie miteinander verbundene Grünflächen können wesentlich mehr leisten als dekorative Einzelpflanzungen.

Auch für Deutschland ist dieser Zusammenhang relevant. Heiße Sommer mit langen Trockenperioden werden häufiger, während gleichzeitig vielerorts Nachverdichtung und Flächenversiegelung stattfinden. Begrünte Innenhöfe, Straßenbäume, Parks, Friedhöfe und private Gärten können deshalb eine Doppelfunktion erfüllen: Sie verbessern das Mikroklima für Menschen und schaffen gleichzeitig Lebensräume oder zumindest Trittsteine für Vögel. Besonders wertvoll sind dabei miteinander verbundene Strukturen, über die sich Tiere zwischen größeren Grünflächen bewegen können.

Die Zahlen der Studie sollten allerdings nicht als einfache Bauanleitung verstanden werden. Es handelt sich um eine globale Beobachtungsanalyse, aus der sich keine Garantie ableiten lässt, dass beispielsweise zehn Prozent mehr Grün in jeder beliebigen Stadt exakt denselben Effekt hervorbringen. Klima, Bebauungsdichte, vorhandene Vegetation und die Zusammensetzung der Vogelgemeinschaft unterscheiden sich erheblich. Die Untersuchung zeigt vor allem einen robusten Zusammenhang und macht deutlich, dass Klimaanpassung und Naturschutz im Stadtgebiet nicht zwangsläufig gegeneinander ausgespielt werden müssen.

Bemerkenswert ist schließlich die Größenordnung des möglichen Effekts: Unter den untersuchten Begrünungsszenarien war die Vogelvielfalt weltweit mit einem Anstieg von etwa zwei bis drei Prozent verbunden. Das klingt zunächst bescheiden, gewinnt aber an Bedeutung, wenn man berücksichtigt, dass die Untersuchung mehr als tausend Städte umfasst. Stadtgrün wird damit vom bloßen Gestaltungselement zu einem Bestandteil einer klimaangepassten Infrastruktur, die auch für die Vogelwelt zunehmend wichtig werden dürfte.

Quellen:

Nature Communications

Cornell Lab of Ornithology – eBird-Datenbasis

Science Official – aktuelle Einordnung der Studie
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