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Gemalte Amadinen / Unterbringung, Ernährung usw.

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Gemalte Amadinen / Unterbringung, Ernährung usw.

Beitrag von VP-Archivar »

ks870 schrieb am 22.03.2008, 11:51:

Hallo

da ich mir demnächst sehr wahrscheinlich Gemalte zulegen werde, sind beim Züchter schon bestellt, möchte ich euch um folgendes bitten.

Zeigt doch bitte durch Fotos und oder Beschreibung, wie ihr eure Gemalten haltet, wie sind eure Volieren u. Zuchtboxen gestaltet und welche größe haben sie.

Was gebt ihr ihnen zu fressen, während der Zuchtsaison und während der Ruhephase? Was gebt ihr alles an tierisches zur Jungenaufzucht?

Bei was für Temperaturen haltet ihr sie?

Mit was für anderen PF haltet ihr sie?

Es wäre schön, wenn hier ein Thread entstehen würde, der dies oder jenes über diese wunderbare Vögel zeigen könnte. Es gibt hier zwar schon Themen über diese Vögel, jedoch sind die obigen Fragen nicht überall beantwortet.

Danke schon mal im Voraus

Simon
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Re: Gemalte Amadinen / Unterbringung, Ernährung usw.

Beitrag von VP-Archivar »

Django schrieb am 22.03.2008, 13:06:

Hallo Simon
Ich habe zwar noch keine Gemalten Amadinen aber vieleicht hilft dir dies etwas.

Hobbyzucht australischer und ozeanischer Prachtfinken

Die Gemalte Amadine gehört zweifellos, neben der Gouldamadine (Chloebia gouldiae, Gould 1844), zu der beliebtesten und auch hinsichtlich der Gefiedercharakteristik attraktivsten Art australischer Prachtfinken. Häufig wird sie auch unter der Bezeichnung Gemalter Astrild im Handel angeboten.

In Folge des 1960 proklamierten Ausfuhrverbotes entstand auch für die Sicherung des zukünftigen europäischen Gefangenschaftsbestandes eine heikle Situation. Durch das Engagement vieler Vogelliebhaber konnte sich diese Art jedoch in ihrem Bestand festigen. Heutzutage wird die Gemalte Amadine regelmäßig nachgezogen, so dass der derzeitige Volierenbestand als gesichert angesehen wird.





Die natürliche Population, ihr Lebensraum und ihre Lebensweise

Die typischen Habitate der Gemalten Amadine bilden ausgedehnten Steppen und Halbwüsten des australischen Kontinents. Eine Ausbildung von Subspezies wurde bei dieser Art bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht festgestellt Die lokalen Vorkommen sind an das Vorhandensein von Wasserstellen gebunden. Diese befinden sich zumeist in den Tälern und Schluchten der Hügelländer. Mit den Vordringen des Menschen in die unwirklichsten Lebensräume und dem damit verbundenen Anlegen von Wasserstellen, dringt auch diese Art zum Teil bis in Wüstenregionen vor und lebt hier in unmittelbarer Nachbarschaft des Menschen (Farmen und kleine Siedlungen).
Ansonsten ist die Gemalte Amadine sehr gut an das Leben in den Trockenzonen angepasst – so hat diese Art zum Teil eine nomadische Lebensweise entwickelt und ihren Brutrhythmus den klimatischen Gegebenheiten untergeordnet.Eine habitatcharakteristische Pflanzengattung ist Triodia (Spinifexgras). Des Weiteren kommen in Abhängigkeit der Wasserlimitierung Gehölze, vor allem Acacia-Arten, vor.
Aufgrund der wenigen Pflanzenarten und der Dominanz der Triodia-Arten kam es im Verlauf der evolutiven Anpassung zur Ausbildung einer langen und zugleich spitzen Schnabelform, die „sich vorzüglich für die Aufnahme kleiner Körner vom lockeren Wüstensand“ (Nicolai & Steinbacher 2001:43) eignet und somit zu einer Spezialisierung der Art. In der zur Verfügung stehenden Literatur wird allerdings daraufhin gewiesen, dass auch die Früchte anderer Krautpflanzen aufgenommen werden. Weiterhin entwickelte sich eine deutlich bodennahe Lebensweise.
Eine detaillierte Beschreibung der Verbreitungsareale sowie des Phänotyps und Lautäußerungen kann der zahlreichen Publikationen über diese Art entnommen werden.

Unterbringung und allgemeine Haltungsansprüche

In Anbetracht der sozialen Lebensweise der Gemalten Amadine ist eine Haltung in einer naturnah gestalteten Voliere sinnvoll, die hinsichtlich der Größe einer Gruppenhaltung Rechnung trägt. Allerdings besteht daraus die Möglichkeit einer paarweisen Unterbringung in größeren Käfigen und Vitrinen – auch hier schreiten die meisten Paare bereitwillig zur Brut. Für die Ausgestaltung der Voliere eignen sich besonders verschiedene Bambus- und Grasarten, mit deren Hilfe eine naturnahe Gestaltung möglich ist. Weiterhin können Steine unterschiedlicher Größe, aber auch Baumwurzeln in die Voliere integriert werden - sogar eine Felslandschaft mit Höhlenbildung ist möglich.
Hinsichtlich der Temperatur zeigt sich die Gemalte Amadine ähnliche Ansprüche, wie die anderen australischen Prachtfinken, so dass Temperaturen von 18-22°C ausreichen. Allerdings muss die bodennahe Lebensweise bei einer sommerlichen Unterbringung in Freivolieren beachtet werden – so bietet eine beheizte Innenvoliere den Vögeln auch bei kühlem Wetter ausreichend Schutz.

Verhaltensauffälligkeiten und andere Besonderheiten

Bei der Beobachtung im Gruppenverband wird deutlich, dass es sich bei Gemalten Amadinen um sozial lebende Vögel handelt. Auffallend sind die ständigen Kontaktrufe zwischen den einzelnen Gruppenmitgliedern. Meist kann die gesamte Gruppe bei der Nahrungssuche auf dem Volierenboden beobachtet werden. Dennoch werden bereits geringste Störungen wahrgenommen. Ist die potentielle Gefahr vorüber, beruhigen sich die aufgeregten Tiere rasch.
Hervorzuheben ist die ausgeprägte intraspezifische (innerartliche) sowie interspezifische (zwischenartliche) Friedfertigkeit, so dass in Abhängigkeit der Volierengröße die Haltung in Gruppen und eine Vergesellschaftung mit anderen Prachtfinkenarten möglich ist. Allerdings muss darauf geachtet werden, dass einige Arten durchaus ein aggressives Verhalten zeigen. Daher ist eine Vergesellschaftung vor allem mit Arten, die rote und schwarze Gefiederpartien sowie ein weißes Tropfenmuster aufweisen, nicht zu empfehlen, jedoch nicht unmöglich. Zu den weniger für eine Vergesellschaftung geeigneten Gattungen zählen u. a. Amaranten (Lagonosticta), Tropfenastrilde (Hypargos) und Schieferastrilde (Euschistospiza). Ideal ist die Unterbringung in einer mit ausschließlich mit australischen Prachtfinkenarten besetzten Voliere.

Ernährungsansprüche

Im Laufe der Haltungsgeschichte haben sich die Ernährungsansprüche der Gemalten Amadine deutlich verändert. Die anfängliche Spezialisierung auf Karyopsen von Süßgräsern (Poaceae) ist kaum noch zu vermuten. Als Hauptfutter wird ein handelsübliches Exotenmischfutter gereicht, welches allerdings zusätzlich mit Grassaat angereichert werden sollte. Am geeigneten erscheinen die Karyopsen des Knaulgrases (Dactylis glomerata). Sehr gern werden noch die in den Fruchtständen befindlichen Karyopsen aufgenommen. Hervorzuheben ist die Vorliebe für halbreife Sämereien. Während des Sommerhalbjahres kann so ein vielseitiges Nahrungsspektrum angeboten werden. Für die Wintermonate können diese auch tiefgefroren werden. Als Alternative eignen sich verschiedene Salatarten (Lactuca) und in Scheiben geschnittene Gurke. Zum Teil nehmen die Vögel auch Früchte wie Äpfel oder Birnen an. Für die Aufzuchtphase sollten stets geringe Mengen tierischer Futterkomponenten angeboten werden – es eignen sich u. a. Ameisenpuppen, Mehl- und Getreideschimmelkäferlarven sowie verschiedene Ei- und Insektenfuttermischungen, auch selbst zubereitet.

Die erfolgreiche Zucht

In Abhängigkeit des beschriebenen Sozialverhaltens ist für eine erfolgreiche Zucht, die Unterbringung mehrerer Paare in einer geräumigen Voliere anzustreben. Auf diese Weise erhalten die Tiere die Möglichkeit einer natürlichen Partnerwahl. Bei Zwangsverpaarungen und fehlender Partnerharmonie bleibt ein Zuchterfolg meist aus.
Während der Paarwerbung und der Nistplatzsuche können die Männchen oft beim Vortrag ihres flötenden Gesanges beobachtet werden. Befindet sich auch das weibliche Tier in Brutstimmung, erkunden beide Partner die Voliere auf der Suche nach geeigneten Nistplätzen.
Das Nest wird sowohl freistehend im Schutz der vorhandenen Volierenvegetation als auch in halboffenen oder geschlossenen Nistkästen errichtet. Häufig werden auch Bastkörbchen oder Nester anderer Arten bezogen. Bei freistehenden Nestern ergibt sich aus der meist lockeren Nestkonstruktion die Gefahr des Herunterfallens von Nestteilen oder der Zerstörung durch andere Arten.
Während der mehrjährigen Haltung und Zucht dieser Art konnten Gelegegrößen von 3-5 Eier nachgewiesen werden. Die Befruchtungsrate ist durchaus als hoch einzustufen (Vergleich: Papageiamadinen). Die Brutdauer beträgt mit 16 Tagen, im Vergleich zu anderen australischen Prachtfinken mit nur 12 Tagen, deutlich länger.
Nach dem Schlupf der Jungvögel verhalten sich die Vögel sehr vorsichtig und zeigen eine deutlich gesteigerte Nahrungsaufnahme. Vor allem halbreife Sämereien und tierische Futterkomponenten scheinen dabei besonders wichtig zu sein. Bevor die Alttiere vorsichtig in das Nest zurückkehren, ist das ausgeprägte Schnabelputzen auffällig.
Die Lautäußerungen der Jungvögel sind während der gesamten Nestlingszeit relativ leise. Hervorzuheben ist auch das zum Teil andauernde Hudern der Altvögel bis zum Ausfliegen im Alter von 21-25 Tagen. In der Regel sind die Jungvögel dann bereits gut flugfähig und werden fürsorglich von den Alttieren versorgt und in die schützende Vegetation gelockt. Während der Nachtphasen kehren die Jungen häufig in das Brutnest zurück oder suchen, durch ständiges Rufen der Altvögel begleitet, ein anderes Nest auf.
Bereits der Phänotyp der Jungvögel weißt deutliche Unterschiede auf, so dass bereits eine Geschlechtsbestimmung erfolgen kann – männliche Tiere sind im Vergleich zu den Weibchen meist insgesamt dunkler.
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Re: Gemalte Amadinen / Unterbringung, Ernährung usw.

Beitrag von VP-Archivar »

ks870 schrieb am 22.03.2008, 14:01:

ja ich glaube, den Text kenne ich irgend wo her

Danke schon mal, ist sicher eine Bereicherung für das Forum.

Aber ich würde dann natürlich auch noch gerne von Züchtern das Eine oder andere erfahren wollen..
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Re: Gemalte Amadinen / Unterbringung, Ernährung usw.

Beitrag von VP-Archivar »

federfeger schrieb am 23.03.2008, 12:31:

Hallo Simon,

wenn du die gemalten bei einem Züchter schon bestellt hast,würde ich ihn ausquetschen,was die Fragen betrifft.
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Re: Gemalte Amadinen / Unterbringung, Ernährung usw.

Beitrag von VP-Archivar »

ks870 schrieb am 23.03.2008, 13:00:

Ja, das werde ich auf jeden Fall machen. Aber ich habe vor allem in anderen Foren gesehn u gelesen, dass doch so ziemlich jeder seine Anschaung von der Fütterung und Unterbringung seiner Tiere hat. Und daher würde ich mir halt gerne von mehreren Haltern die Fragen beantworte lassen...so selten sind ja diese Vögel auch wieder nicht

Würde mich freuen, ist ja nicht nur für mich, sondern auch gut für all die anderen und kommt zu guter letzt ja auch den Vögeln wieder zu gute...
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Re: Gemalte Amadinen / Unterbringung, Ernährung usw.

Beitrag von VP-Archivar »

Robbyamy schrieb am 23.03.2008, 17:38:

habe seit 3 Wochen 1,1 gemalte, welche breits nach einer Woche Eingewöhnung versucht haben mit Klümpchen von Vogelerde ein Nest in einer Terrarienkunstpflanze zu bauen, was natürlich nicht geklappt hat.

Habe ihnen darauf hin einen halboffenen Nistkasten als Unterlage darunter gehängt. Seit Gestern bringt der Hahn nun kleine Aststücke, Steinchen, Kokosfasern, Vogelerde, kleine Steinchen in den Kasten.

Ich biete Pinkys und Ameiseneier an, welches Beides nur ausgetrickst-mache sie auf Gurke-widerwillig zu sich nehmen. Dazu gibts halbreife Hirse und Vogelmiere, welche sie sofort verspeisen.Eifutter kennen sie auch nicht, biete es aber weiterhin an.
Ausgestattet ist die Volie ,160 lang, 90 tiief und 100 hoch, mit einer Kunifere, einer grossen Wurzel, 2 Sitzbrettern und Naturästen.
.Dazu gibts spezielles Astrildenfutter, Eierschale, Sepiaschale.
Mal abwarten, obs was wird.
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LG Maggy
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Re: Gemalte Amadinen / Unterbringung, Ernährung usw.

Beitrag von VP-Archivar »

Fried56 schrieb am 18.12.2008, 20:38:

Hallo Simon,
ich weiss Dein Beitrag ist alt, aber hast Du Dir die gemalten zugelegt? Suche auch dringend 1.1 gemalte. Weist Du mir einen Züchter?
mit freundlichem Gruss
Friedhelm
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Re: Gemalte Amadinen / Unterbringung, Ernährung usw.

Beitrag von VP-Archivar »

ks870 schrieb am 19.12.2008, 23:47:

Hallo Friedhelm,

natürlich kenne ich einen erfahrenen Züchter....

Du hast Post

Gruß Simon
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Re: Gemalte Amadinen / Unterbringung, Ernährung usw.

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ks870 schrieb am 29.03.2009, 13:34:

hier mal noch zwei Fotos von nem prächtigen Männchen...
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Re: Gemalte Amadinen / Unterbringung, Ernährung usw.

Beitrag von VP-Archivar »

vuki schrieb am 29.03.2009, 17:18:

Nach dem wirklich prächtigen Hahn von Simon (tolle Fotos), will ich doch auch ein paar Bilder von mir dazufügen

1. Bild: Gerade aus dem Nest

2. Bild: Gut getarnt ...oder ... schöne Knospen am Ast

3. Bild: um Groß zu werden muß man durch die Mauser
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