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Anflüge gegen Scheiben oder andere Hindernisse

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Anflüge gegen Scheiben oder andere Hindernisse

Beitrag von VP-Archivar »

Elch schrieb am 26.10.2003, 15:19:

Vermeidung solcher Anflüge ist sinnvoller, als die nachfolgende Therapie.
Daher die fenster als Hindernis sichtbar machen durch Gardinen, Topfpflanzen, Fensterbilder o.ä.

Ist es doch passiert und ein Vogel sitzt oder liegt benommen vor dem Fenster:

Nach blutenden Wunden und/oder Knochenbrüchen schauen. Falls Blutung, blutstillende Maßnahmen ergreifen (Tupfer aufdrücken bis die Blutung steht, eventuell Eisen-III-Chlorid oder Claudenwatte).
Bei Knochenbrüchen schnellstmöglichst zum Tierarzt, um den Bruch in die richtige Position zu bringen und zu fixieren.
Bei Prellungen und Blutergüssen hat sich Traumeel-Salbe bewährt.

Sichern, denn in seinem "beduselten" Zustand ist er ein leichtes Opfer für die nächste vorbeischleichende Katze, eine hungrige Elster oder andere. Ein weich ausgelegter Karton bietet sich an, denn Unterbringung in einem Käfig kann dazu führen, dass der Vogel sich die Federn beschädigt, wenn die Lebensgeister erwachen und er versucht, aus dem Käfig herauszukommen.

Unterbringung warm aber abgedunkelt. Allerdings keine Wärme durch Rotlicht, denn das kann eventuell Blutungen oder Hirnschwellung verstärken.

Zur schnellen Energieversorgung ein wenig Wasser mit Traubenzucker oder wenn der nicht vorhanden, Honig, versetzen und an den Schnabelrand träufeln. Nicht IN den Schnabel. Gefahr des Verschluckens oder Erstickens falls der Vogel nicht richtig abschluckt.

Dann erst mal ruhig sitzen lassen und abwarten, ob er wieder zu sich kommt.
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der Elch
Geändert von Elch (26.10.2003 um 15:33 Uhr)
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Re: Anflüge gegen Scheiben oder andere Hindernisse

Beitrag von VP-Archivar »

Elch schrieb am 26.10.2003, 15:24:

nach zwei bis drei Stunden
kratzt der Vogel mächtig an den Wänden seines Pappgefängnisses? Die Augen sind klar? Er wirkt munter und wach?
na, dann hat er noch mal Glück gehabt und darf wieder raus, seinem kleinen wilden Vogelleben nachgehen.
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Re: Anflüge gegen Scheiben oder andere Hindernisse

Beitrag von VP-Archivar »

Elch schrieb am 26.10.2003, 15:32:

er liegt immer noch schlapp da oder krampft sogar?
Dann wird er Vitamin B brauchen und in sehr schlimmen Fällen (Hirnödem) muß er dem TA vorgestellt werden, der eventuell entwässernde Medikamente oder bei Bedarf auch Cortison spritzt. Das Cortison ist das Mittel, das nur im äußerstenNotfall zum Einsatz kommen sollte, denn viele Wildvögel vertragen es nicht gut.

Falls der Vogel nicht in der Lage ist, allein zu fressen, muß er zwangsernährt werden. Dazu muß man natürlich vorher bestimmen, um was für eine Vogelart es sich handelt, damit man ihn entsprechend ernähren kann.
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Re: Anflüge gegen Scheiben oder andere Hindernisse

Beitrag von VP-Archivar »

Elch schrieb am 24.09.2004, 09:55:

Eine kleine Geschichte zu dem Thema
Auf dem Nachbargrundstück steht eine sogenannte "Zwergschule" (1. und 2. Grundschulklasse).

Das Gebäude ist alt, hat zur Südseite die Klassenzimmerfenster. Und immer wieder sind hier Anflugopfer zu beklagen. Das Interessante daran ist, dass man auf den ersten Blick diese Fenster gar nicht für eine Vogelfalle halten würde. Sie sind weder sehr groß, zudem sind sie unterteilt. Sie reflektieren nicht sonderlich und es stehen auch Gegenstände auf dem Fenster wie Topfblumen und Kiindergedöns.

Im Laufe der Jahre habe ich festgestellt, dass die Zahl der Opfer deutlich sinkt, wenn die Fenster mit Bastelarbeiten der Kinder verziert werden.

Somit habe ich meine Beobachtungen der Lehrerschaft mitgeteilt und es wurde immer brav geschmückt (zur Freude der Nachbarn und zum Schutz der Vögel).

In den Ferien kamen die Fensterputzer. Die Bastelarbeiten mußten ab, zumal ja nach den Ferien auch eine neue Klasse Einzug hält. Zwei Tage später lag eine tote Amsel da.

Noch etwas später klingelte ein kleines Mädchen wegen einer toten Taube. Ich habe die arme junge Ringeltaube dann mal begraben und darauf gebaut, dass ja wieder das Fenster geschmückt würde. Habe aber vergessen, dass die "alten" Lehrerinnen nicht mehr kommen, sondern neue Lehrkräfte.

Und so kam dann heute ein Anruf, dass die Kinder gesagt hätten, ein vor die Scheibe geflogener Vogel müsse zu mir. Jetzt weiß die neue Lehrerin auch über die Problematik, die Kinder werden unverzüglich zu basteln anfangen (bietet sich zum Herbst ja auch an). Und die kleine Heckenbraunelle scheint auch noch mal mit ein bißchen Kopfweh davonzukommen.

Witzig war mein Einsatz in der Klasse. Die meisten Kinder kennen mich ja und waren auch schon oft genug mit irgendwas da und als die arme Lehrerin die vielen Geschichten hörte, war sie ziemlich gebügelt (zumal jemand in der Schule das Gerücht verbreitet hat, wir seien gräßliche Kinderhasser). Ich glaube, nach dem heutigen Morgen wird sie das etwas anders sehen.

@Sylvia, ich habe bewußt die Geschichte von der Ente nicht zum 197. Mal erzählt!
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Re: Anflüge gegen Scheiben oder andere Hindernisse

Beitrag von VP-Archivar »

Elch schrieb am 24.09.2004, 21:05:

Die Heckenbraunelle ist nach Überwindung ihres Schocks fröhlich wieder gestartet.
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Re: Anflüge gegen Scheiben oder andere Hindernisse

Beitrag von VP-Archivar »

Pandion schrieb am 24.09.2004, 21:12:

Das ist doch mal eine gute Nachricht

Liebe Grüße von Silke
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Re: Anflüge gegen Scheiben oder andere Hindernisse

Beitrag von VP-Archivar »

Shiva schrieb am 24.09.2004, 23:29:

Schade schade Elch!Die Geschichte ist soooooooooo schööön!!!
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Re: Anflüge gegen Scheiben oder andere Hindernisse

Beitrag von VP-Archivar »

Mari schrieb am 26.01.2010, 18:15:

Zitat:
Zitat von Elch Beitrag anzeigen
Vermeidung solcher Anflüge ist sinnvoller, als die nachfolgende Therapie.
Daher die fenster als Hindernis sichtbar machen durch Gardinen, Topfpflanzen, Fensterbilder o.ä.

Nach meinen Erfahrungen lässt sich der Anflug am effektivsten durch Windspiele vermeiden, die außen vor dem Fenster flattern.
Wir waren noch nicht lange in unser Haus gezogen, als damals ein Eisvogel gegen die Scheibe flog. Ich erinnere mich an ein Pärchen Rotschwänzchen: eines flog wieder weg, das andere lag tot da. Es folgten noch einige Opfer. Die aufgeklebten Silhouetten nutzten nichts, obwohl sie von außen angebracht waren.
Seitdem ich die Flatterteile aufgehängt habe, sieht es zwar das ganze Jahr etwas nach Fasnacht aus bei uns, aber Anflüge sind selten geworden.
Es kommt darauf an, wie die Sonne steht, ob Wind geht, ...

Manchmal sind auch Greifvögel schuld daran, dass Vögel bei der Flucht kopflos gegen eine Scheibe fliegen.
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Re: Anflüge gegen Scheiben oder andere Hindernisse

Beitrag von VP-Archivar »

Claire schrieb am 30.01.2010, 18:31:

Sowas kann ich hier nicht machen, rein technisch nicht, aber auch ansonsten dürften Außenwind spiele am Pfarhaus befremdlich sein.... Leider sind bei mir auch schon ein paar Scheibenflieger am Gemeinderaumfenster gestorben. Gardinen und Pflanzen schrecken nicht ab, sogar hinter den Scheiben sitzende Katzen, meist 4 an der Zahl, werden nicht bemerkt.
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Re: Anflüge gegen Scheiben oder andere Hindernisse

Beitrag von VP-Archivar »

Wildvogel schrieb am 30.01.2010, 19:17:

Zitat:
aber auch ansonsten dürften Außenwind spiele am Pfarhaus befremdlich sein....
Warum denn das?
Dürfen Pfarrersleute keine Freude am Leben haben?

Schau mal hier:
http://www.wildvogelhilfe.org/garten/terrasse.html

Lieben Gruß,
Dagmar
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