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Brot verfüttern

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VP-Archivar
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Brot verfüttern

Beitrag von VP-Archivar »

Elch schrieb am 06.12.2005, 07:06:

In einem anderen Forum tat sich die Frage auf, welche Gründe zu dem Hinweis führen, man solle bei der Winterfütterung der Singvögel kein Brot verfüttern. (Sehe ich auch so, aber der wirkliche Grund ist mir nicht ganz klar)
da ich in dem Forum leider bisher keine Leute finde, die sachlich darüber diskutieren mögen, möcht ich hier mal fragen.
Vielleicht wird mir hier nicht unterstellt, dass ich "mit dem Gedanken spiele, Brot zu verfüttern".

Hier mal kurz die von mir gefundenen Gründe.
Da werden angegeben: zu hoher Salzgehalt. Stimmt das? Wie ist denn der Salzgehalt bei anderen Futtermittel (habe ich nicht wirklich was zu finden können). Was bewirkt ein zu hoher Salzgehalt beim Vogel? Durst? Nierenschäden?

Schimmelbildung wird als Grund angeführt. Bei kühlen Temperaturen und schnell aufgefressener Menge wirklich ein Grund? (Von vornherein verschimmeltes Brot nehme ich in dieser Überlegung mal aus, wer das füttert, dem ist nicht zu helfen)

Gefrieren des Brotes und scharfkantig werden fand ich noch. Das kriege ich gedanklich gar nicht auf die Reihe, denn von einem großen Stück gefrorenen Brotes könnte der Vogel doch nur ein schnabelgerechtes Stück abmeißeln. Das würde dann aber, weil es klein ist im Schnabel auftauen? Oder sollten die Vögel so dumm sein, ein scharfkantiges Stück gegen den Schmerz im Rachen abschlucken? Wenn es das Eis im Brotteig wäre, würde das nicht der Beobachtung wiedersprechen, dass Vögel zur wasseraufnahme im Winter auch Raureif abpicken?

Aufquellen im Magen gab es auch noch als Gegengrund. Aber das tun Körner auch.

In einer persönlichen Diskussion habe ich mit jemandem noch über eventuelle Gewürze im Brot spekuliert, aber was ist da schon so absonderliches drin?

Blieben noch eventuelle Konservierungsmittel (Propionsäure und ihre Salze (E210-213) sowie Ethanol ).

Und die Backtriebmittel wie Hefe. Die hat aber nach dem Backen wohl ihre Triebwirkung verloren?

Mit Brot/Vogelfütterung assoziiere ich immer, aufgequollene widerliche Massen wabbeligen Zeugs. In erster Linie sehe ich dabei vor meinem geistigen Auge Toast und Brötchen...
Aber das ist ja nicht ganz der Begriff Brot. Ein gutes Vollkornbrot wäre ja eher soetwas wie verdichtete Getreidekörner?

Warum ich da unterscheide? Mir ging bei der Brotüberlegung duch den Kopf, dass Brot ja was lockeres ist. Entweder mit Luft drin oder, wenn es draußen gelegen hat mit Wasser. Vielleicht ist auch einfach der Nährwert im Vergleich zur Masse zu gering? Kropf ist erst mal voll, aber Nährstoffe für den Körper werden nur gering verwertbar?

Knn es sein, dass man aus erzieherischen Gründen pauschal von der Brotfütterung abrät, weil es für jemanden, der sich mit der Materie nicht so genau beschäftigen möchte einfacher ist zu lernen NIE, als: wenn das dann das oder das?
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der Elch
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Re: Brot verfüttern

Beitrag von VP-Archivar »

Struppi schrieb am 06.12.2005, 10:28:

Ich hab mich wegen den Degus ja ausführlich mit der Ernährung und damit auch dem trocknen Brot beschäftigt.

Deshalb kann ich nur was Allegemeines sagen, aber vielleicht ist das auch ganz interessant.

Erstmal soll wirklich oft auch in dem trocknen Brot Schimmel in den Poren im Innern sein, den man so gar nicht bemerkt.

Dann das:
Zitat:
Bei der Herstellung von Getreidemehl gehen Samenschale und große Anteile des Pflanzenkeimlings verloren und damit wertvolle Bestandteile wie Rohfaser, wasserlösliche Vitamine, Vitamin E und Mineralien. Das Produkt ist somit einseitiger als der Ausgangsstoff - das Korn

Also ist Brot mehr ein Sattmacher als ein "hochwertiges" Futter.

Außerdem enthält es eine Menge Zucker und Stärke. Vögeln macht das bestimmt nicht soviel aus wie den Degus, die ja leicht an Diabetes erkranken, aber ich denk, da sind Körner und Obst bei Vögeln die wesentlich besseren Alternativen zum Brot.

Allgemein meinen die Leute ja oft, Brot hilft grad Nagern beim Zahnanrieb, weil es trocken ja hart ist.

Das ist vollkommener Blödsinn, da das Brot im Maul schnell sehr weich und pampig wird. Da sind Heu und Hölzer wesentlich besser geeignet.

An sich hab ich jetzt auch gelesen, dass man auch bei Kaninchen/Hasen und Meerschweinen ganz auf Brot und Getreide verzichten soll, da der Verdauungstrakt dafür gar nicht ausgelegt ist und es zu Problemen kommen kann.

Sorry, dass ich jetzt etwas von den Vögeln abgekommen bin
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Liebe Grüße
Birgit
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Re: Brot verfüttern

Beitrag von VP-Archivar »

Elch schrieb am 06.12.2005, 12:11:

Struppi, ich finde das gar nicht schlimm, dass du dich nicht auf die Vögel beziehst. Mir ist jede Info willkommen, weil das einfach zu einem besseren Gesamtbild führt.
Auch die gruselige Tatsache, dass Ziegen nach Genuß gefrorenen Brotes so aufgegast seien, dass die Därme platzten, kann man nicht auf das Verdauungssystem des Vogels übertragen (ich glaube, Körnerfutter verträgt Ziege auch nicht), aber zum Nachdenken sind solche Puzzlesteinchen doch nicht verkehrt?(damit es nicht zu Mißverständnisse kommt, pelzige Ziegen, keine Ziegensittiche!)
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Re: Brot verfüttern

Beitrag von VP-Archivar »

Bettina schrieb am 06.12.2005, 12:20:

ich denke ziegen können alles vertragen????

ich finde auch keine guterklärung gegen das brot füttern an vögel, ausser an techbewohner, durch das viele verfüttern von brot kippte der teich irgendwann um. dadurch das so viel wassergeflügel sich sammelt, ins wasser kackt und auch die runtergesunkenen brotreste halt das rumvergammeln.
(sorry für diese etwas unwissenschaftliche erklärung ,aber hab ich ausm kinderfernsehen, das vestehen auch leute wie ich das)

und das brotverfüttern an nager, da hat ja struppi schon was zu erzählt.


jetzt fällt mir noch eine frage ein, die ich hvor langer zeit mal gestellt hatte. Warum ist auch das verfüttern von nudeln (roh) an wildtiere nicht gesund ( ist im tierpark hier untersagt, bzw. es hängen hinweisschilder aus, die darauf hinweisen, dass es für die tiere nicht gut ist).
aber ich habe nie eine erklärung bekommen ,warum nicht
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Re: Brot verfüttern

Beitrag von VP-Archivar »

Pandion schrieb am 06.12.2005, 15:01:

Brot füttern, das ist nun wieder so ne Sache für sich. Eins vorweg. Ich bin natürlich kein Befürworter in Sachen Brot füttern an Wildvögel! Nur wenn man mal ehrlich ist, was machen denn die Spatzen, Tauben, aber auch Krähen ect. in den Städten? Ich beobachte im Sommer auch oft am Einkaufscenter eine Haubenlerche die da sämtlich Krümmel fein säuberlich aufsammelt. Natürlich will man sie oft als Spatz vertreiben, wo ich den Leuten schon hin und wieder erklärt habe das es sich um eine Haubenlerche handelt. Zur Antwort kommt dann fast immer; Haubenlerche, noch nie gehört
Aber zurück zum Thema. Ich denke mal, in Maßen und nicht in Massen schadet es gewiß keinem Vogel, sonst müsten sie ja Massenweise in den Städten rumliegen. die Brotfresser. Wo es aber ganz bestimmt schädlich ist, wenn Altvögel ihre Jungen damit groß ziehen wollen. Der Schuß geht mit Sicherheit nach hinten los.
Nur mal als Beispiel; Bauern und Geflügelhalter geben bekanntermaßen ihrem Geflügel auch Brot und Backwaren, natürlich nicht als Alleinfuttermittel. Aber ich glaube nicht, das bei irgent einem Geflügelhalter schon mal eine Henne, Ente oder Gans an den Folgen der Brotfütterung gestorben ist.
Ich selber denke mal es kommt auf den Zustand des Brotes an und vor allem auf die Menge. Und als Dauerfutter für Wildvögel ist es für meine Begriffe nicht geeignet!

Liebe Grüße von Silke
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