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Aus dem Nest gefallen

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VP-Archivar
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Aus dem Nest gefallen

Beitrag von VP-Archivar »

TRX850 schrieb am 07.08.2013, 18:24:

Neulich haben wir mal wieder ein junges Mehlschwälbchen auf der Straße gefunden, schon gut ausgebildet, aber noch nicht flugfähig. Ehe es Opfer einer Katze oder eines PKWs wurde, haben wir es mit nach Hause genommen. Wir hatten ja früher schon öfter mal einige, aber die waren fast flugfertig, also max. 1 Tag bei uns, im Gegensatz zu diesem kleinen Kameraden. Er bekam seine neue Heimat in einer kleinen Pappschachtel (Bild), mit Haushaltpapier und Papiertaschentüchern ausgepolstert und den angeschlossenen Deckel leicht schräg gestellt. Das kam dann noch zusätzlich in einen Vogelkäfig, um ihn vor unseren Hunden zu schützen, denn ihr „Spiel“ hätte für das Schwälbchen tödlich sein können.

Er machte uns einen sehr erschöpften Eindruck und nach etwas recherchieren im Internet bekam er erst ein wenig „Zuckerwasser“. Da wir keinen Traubenzucker hatten, nahmen wir etwas Honig + Wasser, gut aufgelöst, mit einer Pipette und viel Geduld verabreicht. Im Insektenfangen hatten wir schon Erfahrung und Dank des BARF-Futters unserer Hunde auch genug Rohfleisch zur Verfügung. Etwas Fleisch in einen Gefrierbeutel draußen hingelegt (am besten halbhoch, erleichtert das Jagen) lockt Fliegen an. Fliegen drin, Beutel vorne zu und schnapp …. ( die armen Fliegen/Mücken ) Wir haben sie meist noch etwas zappelnd, damit der kleine Piepmatz das Vibrieren kennenlernen konnte, mit einer Pinzette vorsichtig verfüttert (Verletzungsgefahr im Schnabel). Zwischendurch immer mal ein Tierchen ins Wasser getaucht, so war der Flüssigkeitsbedarf auch gleich abgedeckt.

In der Regel lernen die jungen Schwälbchen sehr schnell und nach 20-30 Min. sperren sie schon und haben ständig Hunger. Alle dreiviertel Stunde bis Stunde waren 12-20 Fliegen kein Problem. Sobald man nur die Tür rein kam, empfing er uns mit lauten Bettelrufen und wir hatten bald einen zweiten Beutel im Einsatz. Die Nacht über war Ruhe, nachts jagen ja keine Schwalben. Ein Problem entstand erst am nächsten Morgen, als es noch kühler war und keine Fliegen zu fangen waren. Im Internet fanden wir die Info „Eigelb mit Quark“ – nur kurzfristig – nur als Notlösung ! Ebenso sollte man keine Mehlwürmer/Maden füttern, nur als Notlösung und nur TOT ! Deshalb fuhren wir später noch zum Tierbedarf und haben „Heimchen“ gekauft. Diese gibt es in verschiedenen Größen und sie haben einen weicheren Panzer als Grillen/Grashüpfer (die man nur zerkleinert und ohne Beine füttern sollte) und dergleichen, sind dadurch leichter verdaulich für die jungen Schwalben. Aus dem Kühlschrank heraus verfüttert (… musste immer an Flip denken von Biene Maja, war die Zeit unserer Tochter ) bewegten sie sich gerade so schnell, dass man sie mit einer langen Pinzette gut aus der Schachtel fischen konnte. Das war unsere Futterlösung für morgens, abends und ab und an auch mal zwischendurch. Gott sei Dank hatten wir Urlaub, sonst wäre es schlecht umzusetzen gewesen.
Am 4. Tag endlich wurde unser kleiner Freund immer unruhiger, hüpfte immer öfter aus seinem „Nest“ und klammerte sich flügelschlagend an die Stäbe des Käfigs. Nach den ersten Flugversuchen in der Wohnung (Vorhänge zu, Hunde raus,…) haben wir ihn nach einer letzten Fütterung mit der Schachtel auf´s Fensterbrett gestellt (Bild). Interessiert schaute er sich um, zwitscherte um die Wette, flog schließlich direkt nach oben und mischte sich schnell unter die zahlreichen anderen Mehlschwalben (wir haben derzeit ca. 30 besiedelte Naturnester an unserem Haus).

Und wenn sie nicht gefressen wurden, haben die restlichen Heimchen das große Los gezogen und hüpfen jetzt in unserem Garten umher.

Gruß Jörg (& Familie)
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Re: Aus dem Nest gefallen

Beitrag von VP-Archivar »

Coknyu schrieb am 07.08.2013, 23:55:

Grüß Dich ,

ich möchte wirklich Deine Laune nicht verderben ...

ABER , sie ist noch nicht selbstständig gewesen , heißt draußen in der Natur ist sie hoffnungslos verloren !

Sie ist als Handaufzucht viel langsamer als in der Natur und selbst in der Natur werden sie von ihren Eltern noch eine ganze Weile geführt , die Elternrolle hattest Du übernommen .

Das fliegen ist nur der erste Schritt in die Selbstständigkeit gewesen .

Alleine vom Teller fressen ( und das lange genug ) und Flugtraining wären das mindeste gewesen um ihr eine Chance für draußen zu geben .

Und sie sperren nicht mehr wenn sie selbstständig sind .

Fürs nächste Pflegekind schreibe ich Dir dies hier ,
nicht um zu schimpfen !


Schade ums Schwälbchen
__________________
Grüße Conny

Flugschau an Conny's Mauerseglerparadies
https://www.youtube.com/watch?v=56wzKx3vJ6k

Pflegekind Sasu startet in die Freiheit
https://www.youtube.com/watch?v=qlwbE0xASB4
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Re: Aus dem Nest gefallen

Beitrag von VP-Archivar »

(Beitrag auf Wunsch des Autors gelöscht)
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Re: Aus dem Nest gefallen

Beitrag von VP-Archivar »

Barb schrieb am 08.08.2013, 20:42:

Hi

Auch ich kann nur bestätigen, das Schwalben und schon alle male in Menschenhand mehr brauchen als wie Fliegen wollen. Ich mache das schon so 6 Jahre und da gibt es bei mir auch feste Regeln für die Kleinen bevor Sie raus können.
Habe natürlich das Privileg ein Zimmer für die Schwalben zu haben, damit Sie auch soviel wie möglich eine faire Chance bekommen.

Nächstes mal solltest du vieleicht mehr Fragen, bevor du handelst.
Denn wenn wir helfen wollen ist das nicht so einfach.


Grüße Barb
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Re: Aus dem Nest gefallen

Beitrag von VP-Archivar »

TRX850 schrieb am 11.08.2013, 19:31:

Danke für die Antworten und Hinweise!

Wahrscheinlich haben wir das Schwälbchen zu früh fliegen lassen.
Aber ganz so einfach haben wir uns es doch nicht gemacht.

Bei den Flügen in unserer Wohnung (wir hatten dies mehrfach probiert und seine Fähigkeiten genau beobachtet) hat der kleine Vogel einen absolut überzeugenden Eindruck gemacht, auch beherrschte er die Landungen auf den Gardinenstangen zielbewußt und sicher. Wir konnten genau beobachten, wie er einige schwarze Punkte an der Decke fixierte, für uns ein Zeichen, daß er sich scheinbar für Insekten interessierte (?)
Auch hatte er zuletzt nur noch gefressen, wenn man ihn am Schnabel anstubste. Zuerst dachten wir er wäre satt, aber das tat er auch nach längeren Futterpausen, und er fraß weiterhin gut.

Im Forum nachfragen, ist so eine Sache... Weiß man wann man Antwort kriegt? Da kann es schon zu spät sein. Das Tier brauchte Futter. Da haben wir halt im web gesucht, kreuz und quer. Und nicht alle Auskünfte waren deckungsgleich. Später, vor der Auswilderung hätten wir allerdings fragen sollen - unser Fehler.

Aber vielleicht kann ja jemand mal aus diesem Thread die richtigen Schlüsse ziehen, wenn er in ähnlicher Situation ist wie wir.

@ Barb u.@ Coknyu
Eines würde uns noch interessieren: Wie kann man erfahren daß eine Auswilderung erfolgreich war, wie erkennt man sie wieder? Ist es sinnvoll die Tiere mit Ringe zu versehen - die sieht man ja kaum bei diesen kurzen Beinen, oder wie macht ihr das?

Gruß Jörg (& Familie)

Btw, * hat den Link vom Nabu eingestellt.
Wir haben nicht den Eindruck daß sich Schwalben bei der Bevölkerung großer Beliebtheit erfreuen - eher im Gegenteil: In unserer Straße wurde , (nach etlichen anderen) wieder ein Haus `Schwalbensicher´renoviert. Die 3 vorhandenen Naturnester wurden entfernt. Leider gibt es keine Beweise/Zeugen daß sie besiedelt waren.
Wenn an unserem Haus 60-80 Schwalben am Anfliegen sind, wird halt auch das Nachbarhaus mit bekotet und der Nachbar spricht nicht mehr mit uns... Dafür können wir uns zwar nichts kaufen und muß uns auch egal sein, aber wir glauben Schwalben sind nur da beliebt wo sie nicht sind.
Geändert von TRX850 (11.08.2013 um 19:38 Uhr)
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Re: Aus dem Nest gefallen

Beitrag von VP-Archivar »

Vogelfan schrieb am 16.09.2013, 12:39:

Hallo!
Ich brauche dringend einen Tipp!
Vor ca. 2 1/2 Wochen wurde mir eine kleine Mehlschwalbe gebracht, die sich dank der vielen Heimchen und Fliegen sehr gut entwickelt hat. Vor drei Tagen hat sie ihre ersten Flugversuche bei uns im Wohnzimmer absolviert. Sie fliegt schon recht gut, sitzt gern in den deckenhohen Grünpflanzen aber sie frisst nicht selbstständig. Sie bettelt immer noch. So langsam mache ich mir Gedanken, ob sie noch eine Chance hat, genug Kräfte zu sammeln und das selbstständige Fressen noch zu lernen bevor alle anderen Schwalben Richtung Süden ziehen. Ich habe schon verschiedene Vögel aufgezogen und ausgewildert aber eine Schwalbe war noch nicht dabei.

Was soll ich machen, wenn sie weiterhin so faul bleibt und nicht selbst fressen will. Gibt es eine Auffangstation wo Schwalben überwintern können?

Ich hoffe, ihr könnt mir Tipps geben.
Viele Grüße
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Re: Aus dem Nest gefallen

Beitrag von VP-Archivar »

Vogelfan schrieb am 16.09.2013, 20:44:

Zitat:
Zitat von Vogelfan Beitrag anzeigen
Hallo!
Ich brauche dringend einen Tipp!
Vor ca. 2 1/2 Wochen wurde mir eine kleine Mehlschwalbe gebracht, die sich dank der vielen Heimchen und Fliegen sehr gut entwickelt hat. Vor drei Tagen hat sie ihre ersten Flugversuche bei uns im Wohnzimmer absolviert. Sie fliegt schon recht gut, sitzt gern in den deckenhohen Grünpflanzen aber sie frisst nicht selbstständig. Sie bettelt immer noch. So langsam mache ich mir Gedanken, ob sie noch eine Chance hat, genug Kräfte zu sammeln und das selbstständige Fressen noch zu lernen bevor alle anderen Schwalben Richtung Süden ziehen. Ich habe schon verschiedene Vögel aufgezogen und ausgewildert aber eine Schwalbe war noch nicht dabei.

Was soll ich machen, wenn sie weiterhin so faul bleibt und nicht selbst fressen will. Gibt es eine Auffangstation wo Schwalben überwintern können?

Ich hoffe, ihr könnt mir Tipps geben.
Viele Grüße

Vielen Dank an BARB! Dank des guten Tipps ist das Schwälbchen jetzt unter Artgenossen. Ich freue mich, dass mir hier im Forum so superschnell und kompetent geholfen wurde.
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Re: Aus dem Nest gefallen

Beitrag von VP-Archivar »

Mehlschwalbe13 schrieb am 05.07.2015, 23:27:

Hallo alle zusammen!

Habe heute eine mehlschwalbe gefunden. Sie ist wohl aus dem Nest geflohen, weil es zu heiß war .
Ich habe ihr nur Wasser anbieten können, das hat sie
angenommen. Kann mir jemand helfen, was ich machen soll? Sie ist 11 g schwer und sehr munter. Vielleicht kennt jemand eine Päppelstation in unserer Nähe. Ich bin aus der Nähe von Aschaffenburg. Danke schon mal
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Re: Aus dem Nest gefallen

Beitrag von VP-Archivar »

Coknyu schrieb am 06.07.2015, 00:01:

Wenn sie nicht verletzt ist , setze sie zurück ins Nest !
Auch wenn Du sie angefasst hast , das ist nicht schlimm .

Im Nest bei den Alttieren ist sie am besten aufgehoben .

Liebe Grüße Conny
__________________
Grüße Conny

Flugschau an Conny's Mauerseglerparadies
http://www.youtube.com/watch?v=56wzKx3vJ6k

Pflegekind Sasu startet in die Freiheit
http://www.youtube.com/watch?v=qlwbE0xA ... ture=feedu
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