Sachsenstörche und noch mehr Störche

sachsenstorchuwe
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Sachsenstörche und noch mehr Störche

Beitrag von sachsenstorchuwe »

Wie ich zum Naturschutz und der Leidenschaft für die Weißstörche gekommen bin.
Seit 1998 wohne ich in einem kleinen Dorf an der Mulde in Kleinbothen bei Grimma und habe seit dem intensiven Kontakt mit der Natur.
Im Juli 2002 hatte ich einen verletzten Jungstorch in der Muldenaue bei Nimbschen aufgefunden und habe mich danach durch verschiedene Kontakte zum aktiven Naturschützer und Ornithologen entwickelt.
Seit 2010 bin ich ehrenamtlich für die Koordinierung und Erfassung des Weißstorchbestandes im ehemaligen Bezirk Leipzig zuständig,
eine Aufgabe der meine ganze Leidenschaft gilt.
2015 haben wir in einer kleinen Gruppe von Weißstorchbetreuern die Webseite "www.Sachsenstorch.de" aufgebaut und bis 2025 betrieben.
Einige Dinge haben leider in letzter Zeit nicht mehr richtig gepasst und so habe ich meine Arbeit. vor allem meinen Berichte unter der Rubrik Aktuelles abgeschlossen, alles hat seine Zeit. Bis dato steht eine mögliche Fortführung der Homepage durch den Nabu noch in den Sternen.
Durch Serra bin ich auf die Seite von Vogel-Portal.de gestoßen.
Die Homepage finde ich ähnlich vielfältig und gut gestaltet wie seinerzeit "World of Animals " von Hartmut Wiedenrodt , der leider schon sehr früh verstorben ist und wo ich auch einen Thread gestaltet hatte.

Also versuche ich es mal hoffentlich interessantes über die Störche in Sachsen und darüber hinaus zu berichten.
Im vergangenen Jahr gab es im Regierungsbezirk Leipzig einen neuen Rekord mit 161 besetzten Storchenhorsten.
Als ich 2010 die Erfassung übernahm ,waren es immer um die 100 besetzte Nester.
Erst in den letzten 4 Jahren ist der Bestand im Bezirk stetig angestiegen wie auch in Sachsen und in weiten Teilen Deutschlands.
In unserem Erfassungsgebiet haben 4 Brutstörche überwintert und ab dem 10. Februar sind die ersten Rückkehrer an Ihren Horsten angekommen. Vorgestern habe ich eine erste Kontrollrunde gemacht und konnte insgesamt 6 Störche entdecken.
In Niedergräfenhain bei Geithain war ein Paar zusammen auf Futtersuche und ich konnte den männlichen Ringstorch der letzten Jahre A7N49 aus Dettelsau vom Jahrgang 2019 identifizieren.
In Geithain an der ehemaligen Mosterei und auf dem Rittergut in Prießnitz stand je ein unberingter Storch allein auf dem Horst.
Auf dem Heimweg kam ich im mittelsächsischen Rochlitz vorbei und konnte das Storchenpaar auf der großen Werkstattesse stehen sehen.
Nach über einer halben Stunde der Reglosigkeit auf je einem Bein stehend kam die Sonne aus den Wolken hervor und die Störche schritten zur Kopulation. Beide Störche waren mit Elsaringen der Vogelwarte Radolfzell beringt und ich konnte Sie als das Paar der letzten beiden Jahre identifizieren.
Beide Störche anfangs auch schon in unserem Gebiet gebrütet und sind dann nach Rochlitz abgewandert.
Das Männchen A1T97 stammt aus Wettelsheim und das Weibchen A9P15 aus Gensingen, beide Störche wurden 2019 nestjung beringt.
Anbei noch eine Karte mit einer Übersicht der Herkunft der über 80 beringten Brutstörche aus unserem Gebiet vom Jahr 2025.

Das soll es für heute gewesen sein.
VG Uwe
Dateianhänge
Herkunft der Brutstörche 2025 RP Leipzig .png
A1T97 und A9P15 w. kopulierend .JPG
A1T97 und A9P15 w. kopulierend .JPG (66.91 KiB) 48 mal betrachtet
Rochlitz 24.02.26.JPG
Rochlitz 24.02.26.JPG (247.98 KiB) 48 mal betrachtet
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Andreas
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Re: Sachsenstörche und noch mehr Störche

Beitrag von Andreas »

Hallo Uwe,

vielen Dank für Deinen Bericht sowie die Fotos. Ich bin gespannt auf weitere Infos von Dir!
VG,
Andreas
BSine
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Re: Sachsenstörche und noch mehr Störche

Beitrag von BSine »

Lieber Uwe,

das ist ja ein sehr interessanter Überblick über Deine Tätigkeit als Storchenbetreuer in Sachsen, vielen Dank dafür.
Ich habe dazu noch ein paar Fragen. Du hast von 161 Horsten im Regierungsbezirk Leipzig geschrieben. Die 4 Überwinterer und bisherigen Rückkehrer gehören zu diesen Horsten, nehme ich an. Dann erwartet Ihr also noch jede Menge Störche zurück. Liegt die bisherige geringe Rückkehrerzahl darin begründet, dass es sich in erster Linie um Ostzieher handelt ? Gibt es Webcams zu einigen Horsten, über die man die sächsischen Störche beobachten kann ? Sind auch besenderte Störche darunter ?
Sehr erfreulich finde ich ( sofern meine Annahme stimmt, dass es sich überwiegend um Ostzieher handelt), dass mehrere Störche des Jahrgangs 2019 abgelesen werden konnten. Diese haben dann also schon einige Jahre den Gefahren auf der langen Zugroute getrotzt.

Ich hoffe, dass alle Nester in den nächsten Wochen besetzt werden und würde mich freuen, wenn Du uns hier davon berichten würdest.

Herzliche Grüße ! BSine
sachsenstorchuwe
Küken
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Re: Sachsenstörche und noch mehr Störche

Beitrag von sachsenstorchuwe »

Hallo Andreas , Danke für Deine Nachricht !
Liebe BSine,
Vielen Dank für Deine Fragen.
Bis dato sind ca.30 Störche inclusive der 4 Überwinterer an unseren Horsten bekannt. Der Anteil der Westzieher lag bisher bei rund 20Prozent.
Die meisten unserer bekannten Brutstörche kamen bisher immer erst ab Ende März an, aber der Anteil der Westzieher wird allmählich größer.
Der Altersdurchnitt der beringten Brutstörche (ca. 25 Prozent) lag im vergangenen Jahr bei 7,5 Jahre, in den Jahren zuvor über 8 Jahre.
2024 ist der älteste bekannte sächsische Brutstorch, ein ehemaliger Pflegestorch aus dem Zoo Nürnberg im Alter von 28 Jahren an Altersschwäche in Süptitz bei Torgau in Horstnähe gestorben. Er hatte 25 Jahre auf einer kleinen Werkstattesse mit vermutlich mehreren unberingten Partnerinnen gebrütet und insgesamt über 40 Junge erfolgreich zum Ausfliegen gebracht. Einer der letzten beringten Nachkommen, ein Weibchen brütet seit 3 Jahren in Neustadt in Sachsen südöstlich von Dresden, ein Nachkomme der 3. Generation in Trebitz südlich von Wittenberg.
Unser derzeit ältester Brutstorch ist im 21. Lebensjahr und hält sich immer noch a n seinem Überwinterungsgebiet an den Frohburger Teichen auf.
Am Brutplatz der vergangenen Jahre in Syhra konnte ich heute ein unberingtes Paar bei der Kopulation feststellen.
Ein ebenfalls schon betagtes und sehr erfolgreich reproduzierendes Weibchen welches aus unserem Gebiet stammt ,konnte ich heute in Mosel auf dem Horst wiedersehen , den ich vor einigen Jahren mit einer neuen Nestkonstruktion ausstatten durfte .(Foto) Die Störchin wurde 2006 in Prießnitz vom legendären Geithainer Storchenvater Herbert Bauer und unserem dienstältesten Storchenberinger Dietmar Heyder mit dem schwarzen Elsaring versehen.
Senderstörche welche bei uns brüten haben wir leider keine . Von 2015 -2018 hat die Loburger Loggerstörchin "Gili" eine Langstreckenzieherin ,welche immer bis Südafrika zum Cap gezogen war in Melpitz bei Torgau erfolgreich gebrütet.
Auf sachsenstorch .de unter aktuelles habe ich darüber berichtet.(Archiv)
In unserem Erfassungsgebiet gibt es einige Horste mit Webcams welche auf der Otterwischer Storchennestseite oder bei Storchenelke eingestellt sind.
Thräna,Bubendorf,Falkenhain,Großbardau,Kühren,Plaussig,Trebsen,Frohburg,Prießnitz Auto- Körner und auch interne Webcams fallen mir da ein.
Manche sind aber derzeit noch nicht online.
Wie gesagt der Großteil unserer Population kommt erst in einigen Wochen hoffentlich gesund und munter bei uns an.
Jeden Tag kommen neue Informationen und wir versuchen im Team aktuell die Ankömmlinge auf mögliche Beringung zu kontrollieren.
Am Freitag abend kamen nach Info von Klaus Döge in Otterwisch 3 Störche an welche auch im Ort nächtigten, aber nur einer blieb auf dem Nest auf der Kirche. Einer der Begleiter stammte vermutlich aus Schweden was ich von den 4 schmalen farbigen Zusatzringen und dem Elsaring am anderen Bein erkennen konnte. Leider waren die Kennringe bisher nicht deutlich zu erkennen und die beiden Störche waren Samstag vormittag nicht mehr auffindbar. Siehe das Foto vom Video von Klaus.
Jetzt ist die spannnendste Zeit und wir bleiben gespannt.
VG Uwe
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